Geldanlage: Diese 5 Fehler solltest du vermeiden
Autor: Alexander Böhm
, Dienstag, 04. August 2026
Eine Analyse von rund 115.000 Depots zeigt: Fast alle enthielten mindestens einen typischen Anlagefehler. So vermeidest du die fünf häufigsten Fallen.
- Warum ist eine zu geringe Streuung riskant?
- Weshalb kostet häufiges Handeln Rendite?
- Wann wird Spekulation zum Problem?
- Warum funktioniert Market-Timing selten?
- Weshalb bleiben Verlierer-Aktien oft zu lange im Depot?
Für eine Untersuchung von Stiftung Warentest und Professor Steffen Meyer wurden rund 115.000 Depots ausgewertet. Nicht einmal 1000 davon waren frei von den fünf untersuchten Anlagefehlern. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur die Auswahl der Wertpapiere zählt, sondern auch der Umgang mit Risiken, Verlusten und Kursschwankungen.
Warum ist eine zu geringe Streuung riskant?
Liegt ein großer Teil deines Geldes in wenigen Einzelaktien, Branchen oder Ländern, hängt das Ergebnis stark von deren Entwicklung ab. Bricht eine große Position ein, kann sie das gesamte Depot belasten. Dieses Klumpenrisiko lässt sich nicht durch die Hoffnung ausgleichen, dass sich der Kurs bald wieder erholt.
Eine hohe Zahl von Wertpapieren bedeutet noch keine gute Verteilung. Zehn deutsche Bank-Aktien bleiben vom selben Wirtschaftszweig und weitgehend vom gleichen Heimatmarkt abhängig. Die Verbraucherzentrale nennt breit aufgestellte Aktien-ETFs als Möglichkeit, das Geld über zahlreiche Unternehmen und Länder zu verteilen.
Ein weltweit anlegender ETF kann deshalb eine breite Basis bilden, während einzelne Aktien nur einen begrenzten Teil ausmachen sollten. Lege für solche Positionen vorab eine maximale Depotgewichtung fest. Steigt ein Titel durch Kursgewinne deutlich über diese Grenze, kannst du die Verteilung durch ein Rebalancing wieder an dein ursprüngliches Risikoniveau anpassen.
Weshalb kostet häufiges Handeln Rendite?
Bei jedem Kauf und Verkauf können Orderkosten, Börsenentgelte und Unterschiede zwischen An- und Verkaufskurs anfallen. Auch bei einer günstigen Bank oder einem Neobroker summieren sich diese Beträge, wenn du ständig umschichtest. Die zusätzlichen Handelskosten müssen anschließend erst durch eine bessere Wertentwicklung ausgeglichen werden.
Noch schwerer wiegen häufig emotionale Entscheidungen. Nach starken Kursanstiegen entsteht leicht das Gefühl, eine Chance zu verpassen, während fallende Kurse zum überstürzten Verkauf verleiten. Anleger kaufen dadurch teuer und verkaufen zu billig, obwohl sich an der langfristigen Qualität der Anlage nichts geändert hat.