CDU-Politiker will mit einem Faktor Milliarden Euro einsparen
Autor: Dominik Jahn
Deutschland, Montag, 23. Februar 2026
Der Umgang mit dem Nachhaltigkeitsfaktor spaltet Politik und Sozialverbände.
Die Bundesregierung ist weiter auf der Suche nach Möglichkeiten, Geld zu sparen. Geht es nach dem Vorsitzenden der Jungen Union, Johannes Winkel, dann liegt ein großes Potenzial für Milliarden Euro Einsparungen im Sozialbereich. Für Winkel ist dafür der Nachhaltigkeitsfaktor der entscheidende Hebel.
Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung stellte er klar: "Man könnte allein mit dem Nachhaltigkeitsfaktor und klaren Prioritäten Dutzende Milliarden im Jahr sparen für Sozialleistungen, die teilweise keiner braucht und die Leute teilweise gar nicht wollen."
Nachhaltigkeitsfaktor für mehr Sozialleistungen
Bereits Ende 2025 im Ringen um eine Lösung für die Reform der Rente hatten die Junge Union und Winkel den Faktor zu einem Zentralen Punkt gemacht.
Nun legen sie nach und wollen ihn auf weitere Bereiche ausweiten.
Die Forderung jetzt: Bei der Rente sollte man den Nachhaltigkeitsfaktor wieder einsetzen und ihn auf andere Sozialversicherungen übertrage. Damit ließe sich demnach eine faire Lastenverteilung zwischen den Generationen herstellen.
Sozialverband SoVD verlangt mehr "Sachlichkeit als Polemik"
Eine deutliche Haltung gegen einen solchen Schritt nimmt der SoVD Sozialverband Deutschland ein. Auf Nachfrage von inFranken.de erklärt die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier: "Wir sind klar gegen die Wiedereinführung des Nachhaltigkeitsfaktors, da dieser die Haltelinie gefährden würde. Denn mit dem stabilen Rentenniveau bei 48 Prozent wird sichergestellt, dass sich die Renten wie die Löhne entwickeln – zum Vorteil aller: der Jungen und der Alten."
Insgesamt bemängeln Engelmeier und der SoVD an der Debatte "die immer wieder vorgebrachten Unterstellungen beziehungsweise Behauptungen, gewisse Sozialleistungen seien unnötig".