50 Prozent unseres Gehalts weg durch Sozialabgaben?
Autor: Dominik Jahn
Deutschland, Donnerstag, 08. Januar 2026
In Deutschland werden die Sozialabgaben zu einem immer größeren Problem. Neue Berechnungen zeigen, wie stark sich die Belastung verändern könnte.
Bereits über 40 Krankenkassen haben ihre Beiträge erhöht. Die Belastung der Versicherten nimmt damit weiter zu. Kurz vor Weihnachten hat Martin Werding, Professor für Sozialpolitik und Öffentliche Finanzen an der Ruhr-Universität Bochum und Mitglied der Wirtschaftsweisen, vor "massiven Problemen" gewarnt.
In einer Berechnung für das Nachrichtenmagazin Spiegel zeigt Werding, dass bis zum Jahr 2050 Sozialabgaben von 53 Prozent möglich sind, sollten entsprechende Reformen ausbleiben.
Höhere Sozialabgaben durch immer weniger Einzahler
Bei den Abgaben würden im Jahr 2050 ganze 22,8 Prozent der Löhne und Gehälter alleine für die Rente fällig werden. Aktuell sind es 18,6 Prozent. Für den Experten bleibt der demografische Wandel das entscheidende Hindernis.
Bei den Berechnungen hat sich Werding auf die neuesten Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Bundesamts bezogen. Dabei zeigt sich, dass die Schrumpfung der Erwerbsbevölkerung stärker ausfällt als zuvor angenommen.
Das Bundesamt sieht für das Jahr 2070 geschätzt 37,1 bis 45,3 Millionen Menschen in Deutschland, die dann zwischen 20 und 66 Jahre alt sein werden. Noch im Oktober 2025 waren es 46 Millionen Menschen.
50 Prozent Sozialabgaben: "Keine Frage, ob, sondern wann sie kommen"
Die niedrige Zahl der möglichen Beitragszahler würde demnach dafür sorgen, dass die Sozialabgaben eben auf über 50 Prozent steigen können. Geht man noch ein paar Schritte weiter, dann wären es 2080 sogar 60,1 Prozent Abgaben.
Wichtig: Es handelt sich bei den Daten um keine exakte Vorhersage. Werding: "Bei allen Unsicherheiten ist allerdings klar: Die Demografie stellt uns vor massive Probleme." Solch hohe Sozialabgaben würden "drastische Rückwirkungen auf Wachstum und Beschäftigung haben".