Fünf Tipps für den guten Start in die Rente
Autor: Klaus Heimann
, Sonntag, 04. Oktober 2026
Um aktiv in die dritte Lebensphase, in die Rente, zu gehen, müssen Sie sich vorbereiten. Der RO100, Antrag auf die Altersrente, ist eine Herausforderung. Aber mit dem Rentenberater, der überall und kostenlos durch das Dickicht lotst, gelingt auch das.
Die einen beschäftigen sich mit ihrem Renteneintritt. Sie haben diesen Termin schon lang im Blick. Für die anderen wird es auf der Zielgeraden dann doch noch einmal so richtig hektisch. Die größte Hürde, die aber unbedingt notwendig ist, ist der RO100: der Antrag zur Rente (ein Formular, dass 22 Seiten stark ist). Damit der Start in den Ruhestand nicht zur Strapaze wird, sollten Sie rechtzeitig mit der Planung beginnen. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Baden-Württemberg gibt fünf Tipps zum perfekten Eintritt in die Altersrente und wie man konkret vorgeht.
Ist es sinnvoll, mit der Rentenplanung frühzeitig zu beginnen?
Erster Tipp: Rechtzeitig mit der Planung beginnen. Die DRV Baden-Württemberg rät, den Renteneintritt nicht zu verdrängen. Konkret: Sie empfiehlt den Versicherten, bei denen innerhalb der nächsten Jahre die Altersrente startet und damit der Übergang in den Ruhestand ansteht, das Thema mental, aber auch ganz praktisch anzugehen.
Die DRV empfiehlt, sich fünf Jahre vorher mit dem Ruhestand zu beschäftigen. Rentenberater Christian Hartmann hält dagegen drei Jahre für ausreichend.
"Für die meisten ist das ein großer Einschnitt", sagt der 43-jährige Berater, "schließlich haben sie oft mehr Zeit mit ihrem Job und ihren Kollegen verbracht als mit ihrer Familie. Mit dem Wegfall ihrer Tätigkeit ändert sich quasi von heute auf morgen der gesamte Alltag, plötzlich ist da sehr viel freie Zeit vorhanden."
Wie verschaffen Sie sich einen Überblick?
Zweiter Tipp: Überblick verschaffen. Ein erster Blick sollte auf das Versicherungskonto bei der DRV gehen. Dort sind die Zeiten aufgeführt, die für die Rente berücksichtigt sind. Über die Online-Services der DRV kannst du dir eine sogenannte "Lückenauskunft" geben lassen oder den Versicherungsverlauf anfordern, einschließlich einer Prognose, was noch bis Renteneintritt passiert, wenn alles so weitergeht wie bisher.
Versicherungszeiten sind deshalb wichtig, weil damit notwendige Wartezeiten nachzuweisen sind und sich dadurch die Rentenhöhe bestimmt. Fehlen beispielsweise Zeiten der eigenen Ausbildung oder Kindererziehung, sollten Versicherte diese möglichst sofort klären und entsprechende Nachweise einreichen. Ein lückenloses Versicherungskonto ist die Basis dafür, dass die Rente korrekt berechnet und schnell bewilligt wird. Der entscheidende Punkt ist natürlich die Höhe der Rente: Reicht sie aus, um deinen Lebensstandard zu erhalten?
Dazu müssen Sie Folgendes wissen: Die durchschnittliche gesetzliche Altersrente in Deutschland liegt im Jahr 2026 bei rund 1.449 Euro monatlich für Männer und 994 Euro für Frauen (Nettorente nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherung). Mit dem aktuellen Rentenwert von 42,52 Euro pro Punkt kommt man nach 45 Versichertenjahren auf eine maximale Rente von rund 3.742 Euro. Nur 31.634 Rentner beziehen eine Nettorente von 3.000 Euro oder mehr. Das entspricht rund 0,15 % aller mehr als 21 Millionen Rentner. Deine Rente wird vermutlich niedriger ausfallen.