Frühstartrente startet: So fördert der Staat Altersvorsorge für Kinder
Autor: Emma Firlus, Lea Mitulla, Christoph Eberle
Deutschland, Mittwoch, 21. Oktober 2026
Die Frühstartrente unterstützt Kinder mit monatlichen Beiträgen für ihre Altersvorsorge. Eltern und Verwandte können zusätzlich einzahlen und so das Vermögen weiter steigern.
eden Monat zahlt der Staat zehn Euro – über viele Jahre hinweg kann so ein ansehnliches Kapital für die spätere Altersvorsorge entstehen. Mit der sogenannten Frühstartrente plant die Bundesregierung, Kinder und Jugendliche frühzeitig für den Kapitalmarkt zu interessieren und die private Vorsorge zu stärken. Zusätzlich haben Eltern und Angehörige die Möglichkeit, durch eigene Einzahlungen das angesparte Guthaben weiter auszubauen.
Der deutsche Bundestag hat die Frühstartrente am Freitag beschlossen. Nun muss der Bundesrat noch zustimmen, was aber als gesichert gilt. Finanzpolitiker der schwarz-roten Koalition sprachen von einer historischen Entscheidung. Der SPD-Finanzpolitiker Michael Thews sagte, die Frühstartrente werde lange wirken. "Das wird vielen helfen, eine vernünftige Altersvorsorge aufzubauen."
Eine frühe Altersvorsorge hänge heute oft von der Einkommens- oder Vermögenshöhe bei den Eltern ab. "Diese Ungleichheit setzt sich dann oft bis ins Alter fort. Das wollen wir ändern."
So soll die Frühstartrente in der Praxis funktionieren
Der Bund plant dem Entwurf zufolge, für jedes Kind vom 6. bis zum 18. Lebensjahr künftig zehn Euro pro Monat in ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot zu zahlen. Ausgezahlt werden soll das geförderte Kapital erst nach Vollendung des 65. Lebensjahrs. Zuzahlungen sollen bis zu 6.840 Euro im Jahr möglich sein.
Das Depot soll von den Eltern bei einem Anbieter nach Wahl eröffnet werden können oder in einer öffentlichen Kapitalanlage erfolgen. Die Erträge sollen bis Auszahlungsbeginn steuerfrei sein. Starten soll die Frühstartrente mit dem Geburtsjahrgang 2020 rückwirkend zum 1. Januar 2026. Ab kommendem Jahr soll jährlich der Jahrgang der dann Sechsjährigen dazukommen.
Auch für frühere Geburtsjahrgänge, jene der unter 18-Jährigen, sollen Verträge geschlossen werden können, aber ohne staatliche Zuwendungen. Ein Antrag soll generell nicht nötig sein. Die Ausgaben des Bundes für die Frühstartrente sollen zunächst bei 198 Millionen Euro im Jahr liegen und bis 2030 auf 411 Millionen Euro steigen.
Frühstartrente als Weiterbildung
Mit dem Projekt will die schwarz-rote Koalition laut Gesetzentwurf auch die Finanzkompetenz in Deutschland stärken. Die Wertentwicklung soll für die jungen Menschen "in ihren persönlichen Depots unmittelbar erlebbar" werden, heißt es aus Ministeriumskreisen. Der Gesetzentwurf spricht von "einer frühen praktischen Kapitalmarkterfahrung junger Menschen" mit den Eltern.