Eltern und Kinder sollten nachvollziehen können, wie sich das Vermögen entwickele und welche Rolle Kapitalmarktmechanismen für die private Altersvorsorge spielten. Anbieter und öffentliche Stellen sollen dazu regelmäßig verständlich und transparent informieren. So sollen Anreize entstehen, die private Vorsorge im Erwachsenenalter mit eigenen Beiträgen fortzuführen.
Wie viel Geld kann die Frühstartrente bringen?
SPD-Finanzpolitiker Michael Thews rechnete vor, dass bei zehn Euro Förderung am 18. Geburtstag 1.440 Euro zur Verfügung stehen könnte. Wer nach dem 18. Lebensjahr zehn Euro selbst einzahlen würde, hätte bei Erreichen des 65. Lebensjahrs 53.000 Euro und bei Umwandlung eine Rente von 200 Euro. Die Vorschrift, dass nur ein Standarddepot wie in der privaten Altersvorsorge abgeschlossen werden könne, sei vorteilhaft, vor allem, weil die Kosten gedeckelt seien und damit der Ertrag höher sei.
Auch ohne Elterninitiative soll niemand leer ausgehen
Ein zentrales Element der Planung ist, dass alle berechtigten Kinder profitieren sollen – unabhängig davon, ob die Eltern aktiv werden. Wird kein Depot eröffnet, soll eine zentrale Auffanglösung greifen.
Die staatlichen Beiträge werden dann kollektiv für den jeweiligen Jahrgang angelegt. Später soll es möglich sein, diese Mittel in ein individuelles Depot zu übertragen, sobald ein solches eingerichtet wird.
Damit will die Bundesregierung verhindern, dass Kinder allein deshalb benachteiligt werden, weil ihre Eltern sich nicht aktiv um eine Depoteröffnung kümmern.
Wer Anspruch hat – und welche Regeln gelten sollen
Anspruchsberechtigt sollen grundsätzlich alle Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren sein, die eine Schule in Deutschland besuchen. Parallel wird noch geprüft, ob zusätzliche Kriterien wie der Wohnsitz oder der Bezug von Kindergeld verbindlich werden.
Die Erträge aus dem angesparten Kapital sollen bis zum Renteneintritt steuerfrei bleiben. Erst in der Auszahlungsphase würden sie regulär besteuert werden, so die bisherige Planung.
Der politische Zeitplan sieht vor, dass die Frühstartrente 2026 gesetzlich verankert wird. Die Auszahlung soll rückwirkend zum Jahresbeginn starten – zunächst für den Jahrgang 2020, der als erster in das Modell fällt.
Früh vorsorgen statt abwarten
Unabhängig von der politischen Umsetzung verweisen Experten darauf, dass der Vermögensaufbau für Kinder nicht auf staatliche Programme warten müsse. Bereits heute ließen sich mit Kinderdepots und ETF-Sparplänen langfristig erhebliche Vermögen aufbauen.
Entscheidend sei dabei der lange Anlagehorizont. Über Jahrzehnte hinweg könnten selbst kleine monatliche Beträge durch den Zinseszinseffekt deutlich wachsen – vorausgesetzt, sie werden konsequent investiert und breit gestreut angelegt.
Die Frühstartrente könnte diesen Prozess ergänzen. Ob sie tatsächlich den erhofften Effekt entfaltet, wird jedoch stark von ihrer konkreten Ausgestaltung abhängen. emfi/lmi/mit dpa
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