Energiewende: Massive Kritik an Reiche aus Bayern
Autor: Klaus Heimann
Deutschland, Dienstag, 14. April 2026
Die Energiewende, die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche plant, hat weitreichende Folgen für das Solarland Bayern. Mit neuen PV-Anlagen sind erhebliche finanzielle Risiken verbunden. Jetzt regt sich Kritik.
- Was meint der Redispatch-Vorbehalt?
- Wird die CSU-Politik zum Ausbau der Solarenergie gestoppt?
- Gibt es eine Vollbremsung bei der Energiewende?
- Gibt es in der Bevölkerung Zustimmung zur neuen Energiepolitik von Katherina Reiche?
Aufregung im Solar-Energieland Bayern: Die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zur Zukunft der erneuerbaren Energien stoßen auf massive Kritik in Bayern. inFranken.de erläutert die Hintergründe für den Schlagabtausch mit Ministerin Reiche, die den Zubau an PV-Anlagen in Bayern abwürgen will.
Was meint der Redispatch-Vorbehalt?
Fast alle Landkreise in Bayern sind vom sogenannten Redispatch-Vorbehalt betroffen. Ein schwieriger Begriff, der erklärungsbedürftig ist: Er wird den Ausbau der erneuerbaren Energien (Wind und Sonne) in fast allen Landkreisen in Zukunft unattraktiv machen. Bislang haben Betreiber von Wind- und Solaranlagen ein Recht darauf, dass ihre PV-Anlage vom Netzbetreiber an das Stromnetz angeschlossen wird.
Für den nicht selbstgenutzten und ins Netz eingespeisten Strom zahlt der Netzbetreiber eine finanzielle Entschädigung (Einspeisevergütung) an den PV-Anlageneigentümer. Für den eingespeisten Strom gibt es seit dem 1. Februar 2026 für neue Anlagen bis 10 kWp bei einer Teileinspeisung ca. 7,78 Cent/kWh, bei Volleinspeisung ca. 12,35 Cent/kWh. Die Vergütung ist fester Bestandteil der Kostenrechnung für PV-Anlagen.
Eine Besonderheit ist, dass die Einspeisevergütung der Netzbetreiber auch dann gezahlt wird, wenn es zu einer Überlastung der Netze kommt. Für diese Zeiten kommt es dann zu einer Abregelung (Redispatch). Im Klartext: Der Strom wird nicht mehr ins Netz eingespeist, aber trotzdem bezahlt. Künftig sollen Betreiber neuer Anlagen in den "kapazitätslimitierten Gebieten" (das sind fast alle Landkreise in Bayern) das mit dem Redispatch-Vorbehalt verbundene finanzielle Risiko selbst tragen. Das führt zu einer neuen Kosten-Risikoverteilung im Stromsystem und hat weitreichende Auswirkungen auf die Finanzierungspraxis und Planung von neuen PV-Anlagen.
Wird die CSU-Politik zum Ausbau der Solarenergie gestoppt?
Zu den Kritikern dieser von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) geplanten Neuregelung im Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) gehört der Fraktionschef der CSU im bayerischen Landtag, Klaus Holetschek. "Sollten die derzeitigen Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums umgesetzt werden, wird es in weiten Teilen Bayerns keine neuen Investitionen in Wind- und Solarparks mehr geben", sagte Holetschek der Deutschen Presseagentur (dpa).
Der bayerische Politiker befürchtet, dass damit die CSU-Politik "der vergangenen Jahre konterkariert" wird. "Wenn wir den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben wollen, brauchen wir kalkulierbare Rahmenbedingungen für Investitionen. Sobald die Länder beteiligt werden, müssen wir deshalb darauf achten, dass bayerische Verbraucher und Erzeuger nicht benachteiligt werden", betonte er.