Diskussion um Rente: So ist sie in Österreich, Schweden und der Schweiz geregelt
Autor: Dominik Jahn, Ellen Schneider
Deutschland, Mittwoch, 18. Februar 2026
Die Zukunft des deutschen Rentensystems wird derzeit wieder stark diskutiert. Wie ist der Ruhestand in anderen Ländern geregelt?
Wie wird die Rente in Deutschland künftig aussehen? Darüber berät momentan eine Rentenkommission. Auch abseits dessen gibt es Vorschläge. So sprach sich Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir gegenüber dem Handelsblatt für einen flexiblen Renteneintritt je nach Job aus - ohne starre Altersgrenzen. Auch Jens Spahn (CDU) plädierte im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen für eine Alternative zu Altersgrenzen - er rückt dabei die Lebensarbeitszeit in den Fokus.
Die Linke fordert zudem: Arbeitgeber sollten aus ihrer Sicht mehr in die Rentenversicherung einzahlen als Arbeitnehmer. Bei den vielen offenen Fragen lohnt sich unter Umständen ein Blick über die Grenzen hinaus: Macht es Österreich besser – oder die Schweiz und Schweden?
Rentensysteme im Vergleich: Österreich, Schweiz und Schweden im Fokus
Unter anderem das Nachrichtenportal derwesten.de hat sich mit dem Ruhestand in Österreich und Schweden befasst und entscheidende Unterschiede herausgestellt. Eines der grundlegenden Probleme: Deutschland setzt als eines der letzten europäischen Länder auf eine Rente, die sich fast ausschließlich am Erwerbseinkommen orientiert.
Anderswo gibt es eine Mindestrente – unabhängig vom Verdienst. Seit 2021 existiert zwar auch in Deutschland die sogenannte Grundrente - allerdings bekommen diese nur Senioren, wenn sie über viele Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, aber in ihrer Arbeitszeit nur ein sehr geringes Einkommen hatten. Die Grundrente betrug durchschnittlich zuletzt circa 97 Euro. Der CDU-Wirtschaftsrat fordert derzeit jedoch eine Abschaffung der Grundrente.
Österreich lässt laut Beitrag zudem seine Altersvorsorgesysteme zusammenlaufen. Beamte und Selbstständige zahlen dort ebenfalls in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Ein Ansatz, den sich auch in Deutschland viele wünschen. Eine Umfrage des Sozialverbands Vdk Ende 2025 zeigte: Rund drei Viertel der Befragten stimmen dafür, auch Beamte und Selbsständige in das System einzubinden.
Länder-Vergleich: So viel Prozent des vorherigen Einkommens bekommen Rentner
Für unsere Nachbarn scheint das System gut zu funktionieren. Laut einem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bekamen Durchschnittsverdienende, die 2024 eine vollständige Erwerbsbiografie seit dem Alter von 22 Jahren aufwiesen, im Schnitt in der Rente 63 Prozent ihres vorherigen Einkommens ausbezahlt. Das Spektrum reiche dabei von 35 Prozent in Irland und Litauen über 90 Prozent in den Niederlanden, Portugal und der Türkei.
In Österreich liegt die Quote demnach bei 86,8 Prozent. Schweden kann eine Einkommensersatzrate von 66,3 Prozent vorweisen. In der Schweiz hingegen liegt die Zahl deutlich unter dem Niveau in Deutschland: Dort beträgt die Quote 47,5 Prozent. Laut dem Portal Einwandern-Schweiz gilt diese Zahl jedoch nur für die erste, also die staatliche Säule der Schweizer Systems. Beziehe man auch die 2. Säule, die Pensionskasse mit ein, liege die Ersatzrate bei circa 60 Prozent. In Deutschland werden Rentnern im Schnitt laut OECD 53,3 Prozent ihres vorherigen Einkommens ausgezahlt. Deutschland liegt damit auch im Länder-Vergleich unter dem Durchschnittswert.