Die häufigsten Lotto-Mythen im Check
Autor: Christoph Eberle
Stuttgart, Samstag, 03. Oktober 2026
Manche setzen beim Lotto auf Geburtstage, andere auf besonders selten gezogene Zahlen oder ausgeklügelte Systemscheine. Doch was davon verbessert die Gewinnchance tatsächlich?
Mathematik-Professor Christian Hesse vom Institut für Stochastik und Anwendungen der Universität Stuttgart hat für die Mediengruppe Bayern jüngst beantwortet, ob es einen mathematischen Geheimtrick gibt, den Jackpot bei Lotto 6 aus 49 zu knacken. Zudem hat er auch häufige Lotto-Mythen einem Faktencheck unterzogen.
| Behauptung | Was mathematisch gilt |
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Bestimmte Zahlen werden besonders häufig gezogen |
Für die nächste Ziehung sind die möglichen Kombinationen nicht deshalb wahrscheinlicher, weil sie in der Vergangenheit häufiger vorkamen. |
| Selten gezogene Zahlen sind jetzt „an der Reihe“ | Der Zufall hat kein Gedächtnis. Eine bisher selten gezogene Zahl erhält dadurch keinen Bonus. |
| Geburtstage oder persönliche Glückszahlen erhöhen die Gewinnchance | Sie sind nicht wahrscheinlicher als andere Zahlen. |
| Ein bestimmtes Zahlenmuster ist besonders clever | Jede konkrete Kombination hat dieselbe Ziehungswahrscheinlichkeit. Bei beliebten Mustern kann es aber sein, dass man im seltenen Erfolgsfall das Geld mit vielen anderen Gewinnern teilen muss. |
| Ein Systemschein schlägt normale Tipps. |
Er erhöht die Chance nur, weil mehr Kombinationen gespielt werden.
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So unwahrscheinlich ist es, den Lotto-Jackpot abzuräumen
Folgender Vergleich des Mathe-Professors macht die Zahl greifbarer: „Die Jackpot-Chance eines einzelnen Lotto-Tipps liegt bei 1 zu rund 140 Millionen. Diese Anzahl in Sekunden entspricht etwa 4,4 Jahren. Würde man jede Sekunde eine andere Lotto-Kombination aufrufen und ohne Pause weitermachen, bräuchte man mehr als vier Jahre, um 140 Millionen Kombinationen durchzugehen. Ein einzelner Lotto-Tipp ist gewissermaßen der Versuch, aus dieser riesigen Menge genau die eine richtige Kombination herauszugreifen“, sagt Christian Hesse.
Warum wird der Jackpot im Schnitt alle 5,5 Ziehungen geknackt, obwohl das so unwahrscheinlich ist
Laut West-Lotto wird bei 6 aus 49 im Schnitt alle 5,5 Ziehungen der Jackpot abgeräumt. Dass ein eigentlich unwahrscheinliches Ereignis trotzdem relativ häufig auftritt, liegt an der enormen Anzahl der abgegebenen Tipps.
Aus den Anfang August von der Lotto-Gesellschaft veröffentlichten Spieleinsätzen ergibt sich laut Christian Hesse bei einem Tipp-Preis von 1,20 Euro eine Größenordnung von rund 27,5 Millionen Tipps am Mittwoch und etwa 43 Millionen Tipps am Samstag.