Deutschland: Zahl der Industrieunternehmen sinkt um 20 Prozent
Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa
Neuss, Mittwoch, 13. Mai 2026
In den letzten 15 Jahren ist die Zahl der Unternehmen im deutschen Verarbeitenden Gewerbe deutlich gesunken. Besonders betroffen sind die Branchen Druck, Metall und Bekleidung, wie neue Zahlen der Creditreform zeigen.
Innerhalb von 15 Jahren ist die Zahl der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe um nahezu 20 Prozent gesunken, wie eine Analyse der Creditreform Wirtschaftsforschung offenbart. Betrug der Anteil industrieller Unternehmen an der Gesamtwirtschaft im Jahr 2010 noch 7,8 Prozent, waren es 2024 lediglich noch 6,6 Prozent.
Den stärksten Rückgang verzeichneten Unternehmen in der Druck- und Medienbranche, der Metallindustrie sowie in der Bekleidungsbranche. Zu anderen wirtschaftlichen Kennzahlen, wie etwa zur Wertschöpfung oder zur Beschäftigung, liefert die Untersuchung keine Angaben.
"Stiller Umbau" im Mittelstand – zulasten zahlreicher Unternehmen und Arbeitnehmer
"Deutschland erlebt einen stillen Umbau seiner mittelständischen Wirtschaftsstruktur", sagte der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. Der Strukturwandel wirkt sich zulasten der Industrie aus, die traditionell für Produktivitätsfortschritt, Innovation und Exportstärke steht.
Während die Betriebszahlen im Verarbeitenden Gewerbe zurückgingen, nahmen laut Creditreform Dienstleistungen, Spezialisierungen und personenbezogene Tätigkeiten zu. Besonders Hausmeisterdienste, Energieversorgung sowie Grundstücks- und Wohnungswesen verzeichneten leichte Zuwächse. Für die Untersuchung wurde die Zahl der Unternehmen in verschiedenen Branchen in den Jahren 2010 und 2024 analysiert.