Deutschland: Regierung plant große Steuer- und Rentenreform
Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa
Deutschland, Mittwoch, 01. Juli 2026
Die Bundesregierung plant ein großes Reformpaket für Wirtschaft, Steuern und Soziales. Im Fokus stehen Entlastungen, Bürokratieabbau und die Modernisierung wichtiger Bereiche.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich vor den Beratungen des Koalitionsausschusses zuversichtlich über eine Einigung auf ein Reformpaket gezeigt. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu stärken sowie Konsum und Investitionen zu fördern.
"Modernisierung unseres Landes": Kanzler Merz zeigt sich zuversichtlich
Merz nannte unter anderem Bürokratieabbau, Digitalisierung, staatliche Reformen, Steuern und Arbeitsmarkt als Themen. Am Mittwochnachmittag (1. Juli 2026) wollen die Spitzen von CDU, CSU und SPD im Kanzleramt beraten. Ergebnisse könnten nach seinen Worten am Donnerstag (2. Juli 2026) vorgestellt werden.
"Meine Erwartung ist, dass wir wirklich einen großen Sprung nach vorn machen in der Modernisierung unseres Landes", sagte Merz in Berlin, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. "Es geht jetzt vor allem darum, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft wieder zu stärken."
Der Kanzler betonte zugleich, man werde im Lauf der Wahlperiode auch immer wieder weitere Entscheidungen zu treffen haben. "Es gibt nicht den einen großen Big Bang. Den wird es heute nicht geben, den wird es morgen nicht geben." Man sei in einem Prozess, den man nun beschleunige.
Steuer: Reform geplant – Kleinere sollen Einkommen entlastet werden
Als zentrales Vorhaben gilt die Reform der Einkommensteuer. Geplant ist, kleine und mittlere Einkommen ab dem 1. Januar 2027 zu entlasten. Aus der SPD wurde als mögliche Zielgröße eine Entlastung von 500 Euro pro Jahr genannt. Insgesamt könnte das Reformvolumen zwischen 20 und 30 Milliarden Euro liegen.
Finanzminister Lars Klingbeil hat dazu nach Medienberichten zwei Modelle vorgelegt: eines mit einem Entlastungsvolumen von gut zehn Milliarden Euro und eines mit rund 25 Milliarden Euro.
Offen bleibt die Gegenfinanzierung. Diskutiert werden unter anderem höhere Steuern für hohe Einkommen, Änderungen bei der Mehrwertsteuer, der Abbau von Subventionen sowie Einsparungen im Haushalt.