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Deutschland: Durchschnittliche Ausgaben für Lebensmittel pro Monat


Autor: Klaus Heimann

Deutschland, Mittwoch, 17. Juni 2026

Was gibt ein durchschnittlicher Haushalt pro Monat in Deutschland für Lebensmittel an Geld aus? Diese Frage kann nur die Statistikbehörde in Wiesbaden einigermaßen seriös beantworten.
Die Deutschen klagen über zu hohe Ausgaben für Nahrungsmittel, aber stimmt das wirklich?


Wie viel Geld brauchst du eigentlich für die alltäglichen Lebensmittel und Getränke? Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hat ausgerechnet, was die privaten Haushalte für Nahrungsmittel ausgeben. Aber die alles entscheidende Frage lautet: Gebe ich zu viel Geld für Lebensmittel aus? 

Was geben die Deutschen pro Monat für Lebensmittel aus?

Die Deutschen ächzen unter den hohen Preisen im Supermarkt und beim Discounter. Jetzt liefert die Statistikbehörde in Wiesbaden dazu die Zahlen: Rund 335 Euro im Monat haben die privaten Haushalte in Deutschland für Nahrungsmittel aufzuwenden.

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, machen die Ausgaben für Fleisch und Wurst, Fisch und Meeresfrüchte davon den Hauptanteil aus. Das meiste Geld (22 Prozent), also gut ein Fünftel, geht für diese Produkte drauf. Hier das Ranking der Ausgaben:

  • Fleischwaren, Fischwaren, andere Meeresfrüchte: 22 Prozent
  • Getreide, Getreideerzeugnisse wie Brot, Reis und Nudeln: 17 Prozent
  • Milch, andere Molkereiprodukte,​ Eier: 17 Prozent
  • Gemüse, Kartoffeln,​Hülsenfrüchte: 14 Prozent
  • Obst, Nüsse: 9 Prozent
  • Zucker, Desserts und Süßwaren: 8 Prozent
  • Sonstige Nahrungsmittel (z. B.​ Speisefette/-öle, Fertiggerichte): 13 Prozent

Wo liegt Deutschland im europäischen Vergleich?

Die Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) mit dem Titel: "Wenn Lebensmittel schmerzen" (Originaltitel: When groceries bite: the role of food prices for inflation in the Euro Area) kam im Herbst 2025 zu einem überraschenden Ergebnis. Das Preisniveau liegt in Deutschland im westeuropäischen Vergleich seit 2019 nur im soliden EU-Mittelfeld, berichtet das News-Portal T-Online.

Am stärksten stiegen danach die Lebensmittelpreise in Estland (57 Prozent), Litauen (55 Prozent) und Lettland (52 Prozent). Am niedrigsten war der Anstieg in Zypern (20 Prozent). Deutschland liegt mit einem Preisanstieg von 37 Prozent zwischen 2019 und 2025 im Mittelfeld der Eurostaaten.

Hohe Lebensmittelpreise belasten vor allem die Haushalte mit niedrigem Einkommen. "Jeder muss essen. Für Haushalte mit niedrigem Einkommen sind die Lebensmittelpreise jedoch noch wichtiger, da für sie die tägliche Ernährung einen größeren Teil ihres Einkommens ausmacht", schreiben die EZB-Forscher in ihrem Report über die soziale Bedeutung der steigenden Kosten an der Supermarktkasse. Im Schnitt geben danach deutsche Haushalte knapp 11 bis 12 Prozent ihres Konsumbudgets für Nahrungsmittel aus. Bei einkommensschwachen Haushalten liegt dieser Wert oftmals deutlich höher (teilweise über 20 Prozent).

Was geben die Deutschen für Bier, Cola und Wasser aus?

Zusätzlich zu den Ausgaben für Nahrungsmittel wendeten die privaten Haushalte durchschnittlich rund 75 Euro im Monat für den Kauf von Getränken auf. Das meiste, nämlich 55 Prozent (exakt 41,25 Euro), entfielen dabei auf alkoholfreie Getränke und nur knapp 45 Prozent (exakt 33,75 Euro) auf alkoholische Getränke.

Den größten Anteil der Getränkeausgaben machten mit knapp einem Viertel (24 Prozent) Erfrischungsgetränke und Mineralwasser aus. Jeweils rund ein Fünftel wurden für Wein (auch alkoholfrei) und weinhaltige Getränke (20 Prozent) sowie für Kaffee und Tee (19 Prozent) verwendet. Mit 16 Prozent wurde knapp ein Sechstel der Getränkeausgaben für Bier (auch alkoholfrei) investiert. Hier die genauen Anteile:

  • Erfrischungsgetränke, Mineralwasser: 24 Prozent
  • Wein, weinhaltige Getränke (auch​ alkoholfrei): 20 Prozent
  • Kaffee (Kaffeebohnen, -extrakte),​ Tee, teeähnliche Erzeugnisse: 19 Prozent
  • Bier (auch alkoholfrei, mit wenig​ Alkohol, Malzbier): 16 Prozent
  • Andere alkoholfreie Getränke (z. B.​ Fruchtsäfte, Gemüsesäfte, Energydrinks,​ Sirupe und Konzentrate für die​ Zubereitung von Getränken): 11 Prozent
  • Andere alkoholische Getränke (u. a.​ Liköre, Biermischgetränke,​ Alcopops): 9 Prozent

Die alles entscheidende Frage lautet: Gebe ich bei den Lebensmitteln zu viel Geld aus?

Wenn du rund 335 Euro im Monat (also etwa 11 Euro pro Tag) für den reinen Supermarkt- und Bäckereinkauf ausgibst, bewegst du dich im Mittelfeld. Ob es für dich persönlich "zu viel" ist, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: der Haushaltsgröße und dem Einkommen. Die 335 Euro sind deshalb nur ein Orientierungswert.

Wirtschaftsexperten und Verbraucherschützer schauen deshalb  weniger auf die absolute Summe, sondern auf das Verhältnis zu deinem Einkommen. Im Durchschnitt geben deutsche Haushalte knapp 11,5 bis 14,5 Prozent ihres Nettoeinkommens für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke aus. Dieser Wert ist seit dem Jahr 2000 relativ konstant.

Nach Berechnungen der Sparkassen, die sich auf die Daten der neugestalteten Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2023 des Statistischen Bundesamtes stützen, unterscheiden sich die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten in Deutschland pro Monat nach der Haushaltsgröße. Die Daten sind in der jüngsten Erhebung nicht nach Haushaltsgrößen sortiert:

  • Ein-Personen-Haushalt: rund 254 Euro
  • Zwei-Personen-Haushalt: rund 480 Euro
  • Vier-Personen-Haushalt: rund 703 Euro