Deutsche Bundesbank mit Vorstoß: Diese Rente soll abgeschafft werden
Autor: Ellen Schneider
Deutschland, Freitag, 20. März 2026
Auf Einladung der Alterssicherungskommission brachte sich die Bundesbank mit einer schriftlichen Stellungnahme in die Arbeit der Kommission ein. Die Tendenz ist deutlich.
Das aktuelle Rentensystem steht weiterhin unter Druck. Bundeskanzler Merz kündigte bereits an: Noch in diesem Jahr soll eine umfassende Renten-Reform auf den Weg gebracht werden. Aber wie kann es gelingen, das System zu stabilisieren und langfristig funktionsfähig zu machen? Mit dieser Frage beschäftigt sich aktuell die Alterssicherungskommission. Auch die Bundesbank war in diesem Rahmen eingeladen, sich mit Vorschlägen einzubringen - und diese sprechen eine deutliche Sprache.
Neben anderen Themen steht dabei vor allem das Renteneintrittsalter im Fokus. So schlägt die Bundesbank vor, die vorgezogene, abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte abzuschaffen. Zudem solle das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden, wie aus der schriftlichen Stellungnahme der Bundesbank an die Kommission hervorgeht.
Schluss mit Rente ab 63? Deutsche Bundesbank mit radikalen Forderungen
Aktuell gilt: Wer 45 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt hat, kann auch schon früher in Rente gehen - und zwar ohne Abschläge. Wann genau, hängt vom Geburtsjahr ab. Die Bundesbank argumentiert: Fair sei das nicht.
Immerhin gelte eigentlich das Äquivalenzprinzip: Was man einzahlt, bestimmt, wie hoch die Rente später ist. Durch die abschlagsfreie Rente würden jedoch gleiche Einzahlungen zu ungleichen Auszahlungen führen.
Zudem handle es sich bei einem "erheblichen Teil" der Rentner, die diese Option nutzen, um Menschen aus Berufen mit geringer körperlicher oder psychischer Belastung.
Bundesbank will Rente an Lebenserwartung koppeln: Das steckt dahinter
Die Bundesbank schlägt außerdem vor, das gesetzliche Rentenalter nach 2031 an die Lebenserwartung zu koppeln. Der Grund: Die Lebenserwartung steige kontinuierlich an. Passe man das Rentenalter nicht an, gehe das Verhältnis von Erwerbs- zu Rentenjahren der Versicherten kontinuierlich zurück. Dadurch steige der finanzielle Druck, die länger andauernden Renten finanzieren zu können. Bis 2031 sei zudem die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre abgeschlossen.
Ein möglicher Ansatz dafür sei laut der Bundesbank, die relative Rentenbezugsdauer nach 2031 auf dem dann erreichten Niveau weitgehend stabil zu halten. Die Anzahl der Jahre, in denen es möglich ist, Rente zu beziehen, soll also trotz höherer Lebenserwartung nicht steigen. Auch die Grenze für den frühestmöglichen Renteneintritt mit Abschlägen solle an die Lebenserwartung gekoppelt werden.