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Climateflation: Wie der Klimawandel Lebensmittel verteuert


Autor: Tamara Schneider

Deutschland, Mittwoch, 24. Juni 2026

Tomaten, Kakao, Olivenöl oder Kaffee - viele Lebensmittel werden immer teurer. Was das mit dem Klimawandel zu tun hat, und warum das im Geldbeutel der Verbraucher weh tut.
Der Klimawandel führt zu höheren Lebensmittelpreisen durch Auswirkungen auf Landwirtschaft und Anbau weltweit.


Viele Verbraucher stellen beim wöchentlichen Einkauf fest, dass bestimmte Lebensmittel spürbar teurer geworden sind. Bei der Preissteigerung an der Supermarktkasse spielen neben Faktoren wie Energiepreisen oder geopolitischen Krisen zunehmend auch der Klimawandel eine Rolle. Fachleute sprechen dabei von Climateflation: einer durch Klimaveränderungen verursachten Inflation. 

Das bedeutet Climateflation

Climateflation setzt sich aus den englischen Begriffen "Climate" für Klima und "Inflation" zusammen. Gemeint ist der Anstieg von Preisen, der direkt oder indirekt durch die Folgen des Klimawandels verursacht wird. Besonders empfindlich reagiert auf den Einfluss der Klimaschwankungen der Lebensmittelsektor, weil die Landwirtschaft stark von Wetter und Klima abhängig ist.

Steigende Temperaturen, längere Trockenperioden oder häufigeres Extremwetter wie Starkregen oder Überschwemmungen können Ernteerträge reduzieren oder ganze Ernten zerstören. Dies betrifft dann nicht nur die Menschen in den Anbaugebieten, sondern auch die Verbraucher, die diese Lebensmittel konsumieren möchten.

Da es immer heißer und trockener wird, erhöhen sich gleichzeitig die Kosten für Bewässerung, Pflanzenschutz oder Anpassungsmaßnahmen. Diese Mehrkosten werden ebenfalls entlang der Wertschöpfungskette bis zum Verbraucher weitergegeben. So entsteht ein Teufelskreis. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen überwacht kontinuierlich die Entwicklung der globalen Lebensmittelpreise. Denn schließlich gibt es auch Rohstoffe, die als Basis für weitere Lebensmittel benötigt werden, und Preissteigerungen einzelner Agrarrohstoffe können sich schnell weltweit auswirken.

Darum werden Lebensmittel teurer

Als Produzenten unserer Lebensmittel sind die Bauern weltweit auf stabile Klimabedingungen angewiesen. Denn Dürreperioden, Starkregen oder andere schwere Wetterereignisse beeinträchtigen das Wachstum, die Erträge und natürlich auch die Qualität von Nutzpflanzen. Wenn das Angebot an guter Ernte fällt, dabei allerdings die Nachfrage weitgehend konstant bleibt, tritt das ein, was ein klassischer Mechanismus der Marktwirtschaft ist – es steigen die Preise. 

Was die Lage für viele Bauern und Produzenten und schließlich auch die Verbraucher noch verschärft: Es steigen die Kosten für die Produktion. Bessere Bewässerungssysteme, mehr Wasserverbrauch, Schutzmaßnahmen gegen Extremwetter und die Anpassung an neue klimatische Bedingungen verursachen zusätzliche Ausgaben.

Nicht nur der Anbau von pflanzlichen Rohstoffen zur Nahrungsproduktion ist stark von der Climateflation betroffen. Auch die Bauern, die sich auf Tierhaltung spezialisiert haben, stehen unter Druck. Denn es werden durch die klimatischen Bedingungen Futterpflanzen und Wasser knapper. Besonders anfällig sind weltweit gehandelte Produkte wie Kaffee, Kakao, Reis oder Olivenöl. Bei diesen Produkten können bereits kleinere Ernteausfälle zu Preissprüngen führen, die auch in Deutschland noch spürbar sind. Leider trägt auch die Landwirtschaft selbst zum Anstieg von Treibhausgasen und damit zum Klimawandel bei. 

Das bedeutet Climateflation für Verbraucher

Verbraucher müssen sich weltweit darauf einstellen, dass die Climateflation kein kurzfristiges Phänomen bleiben wird. Experten gehen davon aus, dass die wirtschaftlichen Schäden durch den Klimawandel weiter zunehmen werden. Dazu zählen nicht nur die Ernteausfälle selbst, sondern auch die Belastungen für Ökosysteme, die sich langfristig wiederum auf die Kosten der Lebensmittelproduktion auswirken.

Bereits heute verursachen Umwelt- und Klimaschäden erhebliche gesellschaftliche Kosten. Die Migration von Menschen aus Gebieten, in denen es immer schwieriger wird, zu überleben, ist bereits deutlich in den westlichen Staaten spürbar. Auch diese für Staaten zusätzlichen Kosten beeinflussen die Wirtschaft und die Gesellschaft.  

Beim wöchentlichen Einkauf zahlt der Verbraucher dann die Rechnung in Form erhöhter Preise für Bananen, Kaffee oder Olivenöl. Dabei kann es sinnvoll sein, saisonale und regionale Produkte zu bevorzugen, zu Hause darauf zu achten, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, und den eigenen Konsum stärker nachhaltig zu gestalten. Solche Maßnahmen können helfen, individuelle Abhängigkeiten von globalen Lieferketten zu verringern.