Bundeswehr: Neuer Wehrdienst kostet Milliarden - vor allem eine Gruppe
Autor: Nadine Wüste
Deutschland, Freitag, 05. Dezember 2025
Der Bundestag hat das neue Wehrdienstgesetz beschlossen - ein teures Vorhaben, zeigt eine Modellrechnung des ifo-Institus. Die Kosten sollen vor allem eine Gruppe treffen.
Ab dem 1. Januar soll in Deutschland das neue Wehrdienstgesetz gelten. Das hat der Bundestag am Freitag (5. Dezember 2025) beschlossen. Noch vor Weihnachten soll sich auch der Bundesrat damit befassen. Das Gesetz sieht eine verpflichtende Musterung junger Männer, die nach dem 1. Januar 2008 geboren wurden, sowie die Wiedereinführung der Wehrerfassung vor.
Der Dienst an sich basiert aber weiterhin auf Freiwilligkeit - gelingt es jedoch nicht, die Bundeswehr so auf die benötigte Anzahl an Soldaten aufzustocken, könnte die Freiwilligkeit für Bürger zwischen 18 und 25 Jahren zur Pflicht übergehen. Einige junge Menschen stellen daher bereits ihren Antrag auf Kriegsverweigerung.
Laut ifo-Institut: Neuer Wehrdienst sorgt für Milliardenkosten
Damit sich etwa 80.000 junge Erwachsene freiwillig für den Wehrdienst melden, sollen unter anderem finanzielle Anreize für den "Dienst an der Waffe" geschaffen werden. Die Nato sieht Deutschland in der Pflicht, mit 260.000 Soldaten dienen zu können. Die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands etwa bei einem Angriff aus Russland soll somit sichergestellt werden, wie das Auswärtige Amt erklärt.
Was ohnehin besorgniserregend klingt, hat laut Ifo-Institut München weitere Auswirkungen auf die Gesellschaft. Denn eine Wehrpflicht bringt Milliardenkosten mit sich, die vor allem junge Menschen treffen werden, wie unter anderem der MDR berichtet. Laut Berechnungen des Instituts tragen Wehrdienstleistende selbst wirtschaftliche Verluste von bis zu 79 Milliarden Euro pro Jahr. Zusätzlich sinkt die Kaufkraft in dieser Zeit, wodurch die allgemeine Wirtschaftsleistung sinkt. Zudem steigen die Kosten für den Staat, da die Soldaten aus dessen Haushalt bezahlt werden.
Für die Berechnungen wurden drei Modelle herangezogen: Im ersten Modell wurden fünf Prozent der Bürger eingezogen (Schwedisches Modell), im zweiten Modell 25 Prozent (altes Wehrpflichtmodell) und im dritten Modell ein gesamter Jahrgang (entspricht gesellschaftlichem Pflichtjahr).
Hintergrund: Was den Wehrdienst noch teuer macht
Überdies argumentiert das ifo-Institut in seinem Bericht, dass alle, die zur Bundeswehr gehen, Ausbildung und Arbeit fernbleiben. Damit ginge Zeit verloren, in der Geld verdient, zurückgelegt und ausgegeben werden kann.
Laut der verschiedenen Modellrechnungen soll das Einkommen und der Vermögensaufbau des Einzelnen über das gesamte Leben aufgrund dessen geringer sein.