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Bundestag diskutiert Minijobs: Erhöhung der Steuern statt Abschaffung


Autor: Klaus Heimann

Deutschland, Dienstag, 07. Juli 2026

Minijobs geraten durch die Empfehlungen der Rentenkommission in den Fokus politischer Debatten. Die geplanten Neuregelungen werfen Fragen nach den Folgen für Betriebe, Arbeitnehmer und die Rentenkasse auf.
Viele Minijobs gibt es in der Gastronomie.


Die Rentenkommission der Bundesregierung rät (Empfehlung 26), geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, besser bekannt unter dem Namen Minijobs, ersatzlos abzuschaffen. inFranken.de hat dazu die wichtigsten Fakten veröffentlicht. Was eigentlich eindeutig ist und bei der Regierung viel Zustimmung fand, wird jetzt von Bundeskanzler Friedrich Merz erneut in Frage gestellt.

Ist die Zukunft der Minijobs wieder offen?

Bei der Vorstellung der Ergebnisse des Koalitionsausschusses der schwarz-roten Bundesregierung (insgesamt 34 Vorschläge) äußerte sich Bundeskanzler Friedrich Merz vor der Berliner Presse laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) insoweit, dass zu den Minijobs das letzte Wort noch nicht gesprochen sei.

Zwar würden die Empfehlungen der Rentenkommission eins zu eins umgesetzt – nur über die Minijobs wollen die Politiker im Bundestag im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens noch einmal reden. Und in der Tat ist von einer Abschaffung unter Ziffer 2 im "Programm für Aufschwung und Beschäftigung" nicht mehr die Rede.

Wörtlich heißt es dort: "Der Pauschalsteuersatz bei den sogenannten Minijobs wird von zwei auf fünf Prozent angehoben." Was mit der pauschalen Abgabe zum System der Sozialversicherung (einschließlich Rente) passiert, ist unklar. Hat sich der Minijobber von der Rentenversicherung befreien lassen ("Opt-out-Möglichkeit") zahlt der Arbeitgeber derzeit einen Pauschalbetrag von 15 Prozent an die Rentenversicherung. 

Warum jubelt der Hotellerie- und Gastronomieverband?

Von den 6,8 Mio. Minijobbern arbeiten knapp 873.000 allein in der Gastronomie. Minijobs sind für Hotellerie und Gastronomie also kein Randphänomen, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil der Personalplanung. Es überrascht deshalb nicht, dass der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband (DEHOGA) an der Spitze steht, die gegen die Abschaffung politisch agieren. Und das mit Erfolg.

Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA-Verbandes, jubelte bereits über den Vorschlag des Koalitionsausschusses der schwarz-roten Bundesregierung, die Minijobs zu erhalten. Wörtlich sagte sie: "Gut ist, dass Minijobs für alle Beschäftigtengruppen erhalten bleiben sollen. Das ist ein wichtiges Signal für unsere Branche."

Akzeptieren wollen die Gastronomen, dass es für sie teurer wird. Die angekündigte Erhöhung des Pauschalsteuersatzes von zwei auf fünf Prozent führt zwar zu einem Anstieg bei den Personalkosten in der Branche. Aber in Abwägung zur kompletten Abschaffung ist das wohl das kleinere Übel.

Woher sollen die notwendigen zusätzlichen Einnahmen bei der Rentenkasse kommen?

Unbeantwortet bleibt aber die Frage, ob Minijobs durch höhere Sozialabgaben zu belasten sind. Wenn die Bundesregierung die Bedeutung der unverzichtbaren Minijobs anerkennt und sie erhält, braucht es einen Ausgleich für die ausbleibenden Einnahmen bei der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV). 

Zur Erinnerung: Die Rentenkommission will die Minijobber mit ihrem steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus abschaffen, weil sie so die Einnahmen steigern will. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Viele Menschen wären bei Wegfall der Minijobs gezwungen, eine sozialversicherungspflichtige Arbeit (evtl. in Teilzeit) aufzunehmen. Die bisherigen Minijobber könnten mehr Rentenansprüche aufbauen und wären dadurch weniger von Altersarmut bedroht. 56 Prozent der Minijobber sind Frauen.

Die Nachteile der Abschaffung sind aber ebenso eindeutig: Eine unbürokratische Möglichkeit, Geld zu verdienen, würde wegfallen. Für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer wird es komplizierter - besonders für jene, die den Minijob zusätzlich zu ihrem regulären Job ausüben. Auch viele Rentner wären betroffen, ebenso wie auf Saisonkräfte angewiesene Unternehmen. Kritiker bemängeln, die Schwarzarbeit könnte ansteigen.