Bürgergeld-Reform 2026: Mehr Sanktionen, neue Regeln in Deutschland
Autor: Klaus Heimann
Deutschland, Sonntag, 11. Januar 2026
Bürgergeldbeziehende müssen sich auf eine Reihe von Änderungen einstellen. Die geplanten Neureglungen sehen strengere Sanktionen vor. Sie sollen mehr Arbeitslosen zu einem Job verhelfen.
- Von Hartz IV, zum Bürgergeld und dann zur Grundsicherung – verändert das zum Positiven?
- Schocknachrichten beim Bürgergeld
- Die Messlatte: weniger Bürokratie, mehr Vermittlung
- Mietobergrenzen bei der Grundsicherung
- Mit pauschalen Kürzungen zu mehr Job-Motivation?
Drei Schocknachrichten beinhaltet die repräsentative Befragung von 1.006 Bürgergeldbeziehenden zwischen 25 und 50 Jahren im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Parallel dazu verabschiedet die Bundesregierung die neue Grundsicherung, die das Bürgergeld im Lauf des Jahres 2026 ablösen soll. Ob damit aber die gravierenden Probleme bei der Förderung zu lösen sind, steht in den Sternen. Das zeigt die Gegenüberstellung der Forschungsergebnisse mit dem Gesetzentwurf zur Grundsicherung.
Von Hartz IV, zum Bürgergeld und dann zur Grundsicherung – verändert das zum Positiven?
Mit dem dreizehnten Änderungsgesetz zum zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) wendet sich alles zum Guten, das ist jedenfalls die Hoffnung der Bundesregierung. Die Zahl der Empfänger von Bürgergeld beträgt 5,5 Mio., die staatlichen Ausgaben 51,7 Milliarden Euro (2024). Allein die Zahl 13. bei der aktuellen Novelle signalisiert schon, wie lange und häufig die Sozialpolitiker beim Thema Arbeitslosengeld II (besser bekannt als Hartz IV), Bürgergeld und Grundsicherung schon herumexperimentieren. Die Erfolgsquote ist mäßig.
Von den 5,5 Millionen Bürgergeldbeziehern sind rund 69 % Kinder, Jugendliche und nicht Erwerbsfähige, die für eine Vermittlung in Arbeit nicht zur Verfügung stehen. Rund 1,8 Mio. (31 %) sind arbeitslos und beziehen Bürgergeld, gelten aber grundsätzlich als erwerbsfähig und sind damit vermittelbar. Der entscheidende Punkt ist, ob es den Arbeitsagenturen gelingt, möglichst viele dieser Menschen in Arbeit zu bringen.
Dafür sind die Lage auf dem Arbeitsmarkt und die Einstellungen dieser Teilgruppe bei den Bürgergeldempfängern wichtig und nicht nur der Druck, den die Arbeitsvermittler entwickeln. Keine verlässlichen Informationen gab es bislang darüber, ob und wie intensiv die Betroffenen auf Jobsuche sind und wie gut die Jobcenter sie unterstützen. Die Befindlichkeit und die Einstellung von Bürgergeldbeziehenden hat die Bertelsmann Stiftung schonungslos analysiert, und zwar in einer repräsentativen Befragung von 1.006 Leistungsempfängern zwischen 25 und 50 Jahren.
Schocknachrichten beim Bürgergeld
Die Ergebnisse der Befragung sind mehr als ernüchternd. Erste Schocknachricht: Mehr als die Hälfte (57 %) der Empfänger von Bürgergeld haben in den letzten vier Wochen (Zeitpunkt der Befragung) nicht nach einem Job gesucht. Von einer ernsthaften Jobsuche, ist hier wohl nicht auszugehen.
Selbst unter den aktiv Suchenden investiert der Großteil vergleichsweise wenig Zeit in die Jobrecherche: Nur 26 % der Befragten suchen bis zu neun Stunden pro Woche. Sechs Prozent investieren 20 Stunden oder mehr in die Suche. Nur 26 % der Befragten suchen bis zu neun Stunden pro Woche.