Bioquoten für Heizungen: Gas und Öl werden ab 2029 teurer
Autor: Christoph Eberle
Deutschland, Montag, 26. Oktober 2026
Ab 2029 gelten neue Bioquoten für Gas- und Ölheizungen. Experten warnen vor steigenden Heizkosten für Hausbesitzer und Mieter.
Das umstrittene "Heizungsgesetz" von Bundesminister Habeck, offiziell als Novelle des Gebäudeenergiegesetzes bekannt, wurde im Sommer 2026 durch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) abgelöst. Der zentrale Unterschied: Eigentümer von Immobilien können nun wieder selbst entscheiden, welche Heiztechnik für ihr Haus am besten geeignet ist – unabhängig von Vorgaben. Die CDU bezeichnet dies als "Entscheidungsfreiheit im Heizungskeller".
Bio-Brennstoffe sollen Öl- und Gasheizungen klimafreundlicher machen
Zwar soll der Weiterbetrieb und Neueinbau von Öl- und Gasheizungen nun langfristig möglich bleiben. Allerdings müssen Brennstoffe für Heizungen laut Bundestagsbeschluss ab 2045 komplett klimaneutral sein.
Bis zum Jahresende soll daher ein neues Gesetz beschlossen werden: Ab 2029 soll Gas oder Öl bei neu eingebauten Heizungen ein verbindlicher Bioanteil beigemischt werden - wegen der langsam steigenden Anteile als sogenannte "Biotreppe" bezeichnet.
- Ab Januar 2029: 10 %
- Ab Januar 2030: 15 %
- Ab Januar 2035: 30 %
- Ab Januar 2040: 60 %
- Ab Januar 2045: 100 %
Droht ein massiver Preisanstieg bei Öl und Gas? Und ab wann?
"Wir sehen durchaus die Gefahr, dass das Heizen mit Gas und Öl langfristig erheblich teurer wird", teilt Sandra Duy, Expertin energetisches Sanieren beim Portal Finanztip auf Anfrage der Mediengruppe Bayern mit. Dass erneuerbare Brennstoffe schon heute deutlich teurer sind, zeige bereits eine eigene Finanztip-Auswertung vom Juli 2026.
"Für über 100 Postleitzahlen haben wir Gastarife verglichen. Das Ergebnis: Reines Biogas war mindestens rund 30 Prozent teurer als herkömmliches Erdgas", so Duy. Bei einem jährlichen Verbrauch von 15.000 Kilowattstunden entsprach das einem Unterschied von rund 480 Euro.
Durch die geplante Grüngasquote und die Biotreppe sollen immer größere Mengen dieser erneuerbaren Brennstoffe eingesetzt werden. Anfangs ist die Quote mit 1% ab 2028 und 5% ab 2030 noch sehr niedrig, aber schon ab 2035 steigt sie mit 20% deutlich an und soll 2045 dann bereits bei 100% liegen. "Gleichzeitig ist das Angebot begrenzt und auch andere Wirtschaftszweige benötigen diese Energieträger. Hinzu kommen noch die weiteren Kostenrisiken für Gasheizungen, beispielsweise durch die CO2-Bepreisung und langfristig steigende Gasnetzentgelte", erklärt Duy.