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Betrug am Geldautomaten: Warum die rote Taste so wichtig ist


Autor: Kara Marie

Deutschland, Donnerstag, 30. Juli 2026

Beim Geldabheben am Automaten drohen Betrugsversuche und technische Manipulationen wie Skimming. Die richtige Nutzung der roten Abbruch-Taste kann in gefährlichen Situationen schützen.
Die rote Taste am Geldautomaten bricht eine Transaktion sofort ab. Muss man sie jedes Mal nach dem Geldabheben drücken, um sich vor Betrug zu schützen?


Viele Bankkunden sind beim Geldabheben am Geldautomaten Betrugsversuchen ausgesetzt. Mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen wie der roten Abbruch-Taste lässt sich das Risiko deutlich verringern.
 
Einen laufenden Vorgang am Geldautomaten beendet die rote Taste mit dem „X" sofort. Wird sie während einer Transaktion gedrückt, stoppt der Prozess – und die Karte wird in der Regel wieder ausgegeben. Unter Umständen lässt sich so auch eine bereits eingeleitete Bargeldausgabe noch stoppen.

Geldautomat-Sicherheit: Was bringt die rote Abbruch-Taste?

Im Internet wird der Tipp verbreitet, nach jeder Transaktion vorsichtshalber die rote Taste am Geldautomaten zu drücken, um die Sitzung auch sicher zu beenden. Doch laut dem Technikportal Chip.de ist ein Missbrauch in diesem Zusammenhang in Deutschland äußerst unwahrscheinlich. Nachdem die Bankkarte aus dem Automaten entnommen wurde, gilt der Vorgang im Normalfall als abgeschlossen. Das nachträgliche Drücken der Abbruch-Taste habe dann in der Regel keine Wirkung mehr,  erklärt Chip.

Doch es gibt durchaus Fälle, in denen der Abbruch per roter Taste sinnvoll ist: Wenn während des Abhebevorgangs Unsicherheit entsteht – zum Beispiel, wenn jemand in der Nähe auffällig wird, die Eingabe beobachtet oder dich in ein Gespräch verwickeln möchte. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, den Vorgang sofort durch das Drücken der Abbruch-Taste zu beenden. Darauf weist auch die Deutsche Kreditwirtschaft ausdrücklich hin.

Experten empfehlen in Situationen, in denen sich unbekannte Personen ungewöhnlich hilfsbereit geben oder in der Nähe von Geldautomaten auffällig verhalten, besonders wachsam zu sein. Es ist ratsam, in solchen Momenten Ruhe zu bewahren, den Abhebevorgang gegebenenfalls vorzeitig zu beenden und sowohl Karte als auch Bargeld erst dann sicher zu verstauen, wenn keine Beeinflussung durch andere mehr zu befürchten ist.

Erhöhtes Risiko an öffentlich zugänglichen Geldautomaten

Besondere Vorsicht ist an Geldautomaten gefragt, die offen zugänglich und stark frequentiert sind. Dazu zählen Automaten in Innenstädten, an Tankstellen, in Einkaufszentren oder an Bahnhöfen. An solchen Orten besteht erfahrungsgemäß ein erhöhtes Risiko, abgelenkt zu werden oder von Unbekannten beobachtet zu werden. In Bankfilialen, die besser geschützt sind, ist die Gefahr meist geringer.

Fällt an einem dieser Automaten etwas Verdächtiges auf, empfiehlt es sich ebenfalls, die Abbruch-Taste zu drücken.

So kann man verhindern, dass ein Vorgang weiterläuft oder Bargeld ausgezahlt wird, auf das andere möglicherweise Zugriff bekommen könnten.

Sicherheitsregeln für das Geldabheben auf einen Blick

Folgende Tipps von Polizei und Verbraucherzentralen helfen beim Geldabheben am Automaten, um Betrug zu vermeiden:
  • Die PIN-Eingabe sollte immer mit der Hand oder der Geldbörse abgedeckt werden.
  • Karte und Geld erst dann einstecken, wenn sich keine fremden Personen direkt in der Nähe befinden.
  • Bei dem geringsten Verdacht auf Unregelmäßigkeiten besser die Abbruch-Taste drücken und den Automaten verlassen.
  • Hilfeangebote von Fremden am Automaten grundsätzlich ablehnen.
  • Geldautomaten in gut beleuchteten und belebten Bereichen nutzen.
  • Kontoauszüge regelmäßig auf unbekannte Abbuchungen prüfen.

Betrug durch Geräte am Geldautomaten: So erkennst du Skimming

Technische Manipulation stellt neben Ablenkungsmanövern eine erhebliche Bedrohung bei Geldautomaten dar. Besonders verbreitet ist das sogenannte Skimming: Hierbei platzieren Täter unauffällige Geräte am Karteneinschub, um damit Kartendaten auszulesen.

Zusätzlich kann eine versteckt angebrachte Kamera die PIN-Eingabe filmen. Hinweise auf Manipulationen sind etwa ein ungewöhnlich massiver Kartenschlitz, unsaubere Schnittkanten oder erkennbare Kleberreste. Ein prüfendes Ziehen oder Rütteln am Kartenleser vor der Nutzung kann helfen, aufgesetzte Skimming-Geräte zu entdecken.

Obwohl der Einsatz von EMV-Chips die Skimming-Vorfälle in Deutschland deutlich reduziert hat, bleibt ein Restrisiko bestehen. Wer einen Verdacht hat, sollte den Automaten nicht benutzen, die Bank oder den Betreiber umgehend informieren und gegebenenfalls die Polizei verständigen. Im Fall eines Schadens gilt: Die Karte sollte sofort gesperrt werden – erreichbar ist der zentrale Sperrnotruf rund um die Uhr unter 116 116.

Fazit: Umsichtiges Verhalten schützt am besten

Als umfassenden Schutz vor Betrug sollte man die rote Abbruch-Taste nicht betrachten. Doch in bestimmten Situationen kann die Methode helfen, einen Vorgang schnell zu stoppen und mögliche Risiken zu minimieren. Entscheidend bleibt umsichtiges Verhalten am Bankautomaten: die Umgebung im Blick behalten, die PIN-Eingabe schützen und sich weder ablenken noch unter Druck setzen lassen.