Berlin: Energieminister verlangen Senkung der Stromsteuer für alle
Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa
Berlin, Montag, 30. März 2026
Die Energieminister der Länder fordern vom Bund eine schnelle Senkung der Stromsteuer für alle. Hintergrund sind hohe Öl- und Gaspreise sowie Unsicherheit bei der Politik für erneuerbare Energien.
Angesichts hoher Öl- und Gaspreise drängen die Energieminister der Länder beim Bund auf eine zügige Senkung der Stromsteuer. Die Reduzierung der Stromsteuer solle endlich auf alle Verbrauchsgruppen ausgeweitet werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung aller Länder außer Bayern. Die Minister waren zu einem Sonder-Treffen in Berlin zusammengekommen.
Die Bundesregierung wird gebeten, zusätzliche Maßnahmen zu prüfen. Der niedersächsische Minister Christian Meyer (Grüne) als Vorsitzender der Energieministerkonferenz nannte beispielhaft einen Preisdeckel, eine Übergewinnsteuer und eine Erhöhung der Pendlerpauschale.
Ausbau erneuerbarer Energien bedeutend: Investitionen nötig
Die schwarz-rote Koalition hat entgegen ihrer Ankündigung bislang zwar die Verstetigung einer Stromsteuersenkung für die Industrie beschlossen - aber nicht die Stromsteuer für alle Unternehmen sowie für Verbraucher gesenkt.
Die Minister wiesen zudem auf die Bedeutung des Ausbaus erneuerbarer Energien hin, um die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffimporten zu verringern und Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit zu erhöhen.
"Wir wollen, dass weiter in den Ausbau, in die Nutzung der erneuerbaren Energien investiert wird", sagte die Berliner Senatorin Franziska Giffey als Vertreterin der SPD-Minister.
Kritik an Reiches Politik: Unsicherheit "teure Tasse Tee"
Schleswig-Holsteins Energieminister Tobias Goldschmidt als Vertreter der Grünen-Minister kritisierte die bislang bekannten Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) für das Stromnetz.
Er befürchte, dass Betreiber von Erneuerbaren-Energie-Anlagen von Investitionen abgeschreckt würden. Notwendig sei endlich eine Klärung. "Diese Unsicherheit, die ist eine teure Tasse Tee", klagte Goldschmidt. Er forderte Planungssicherheit und Verlässlichkeit. Bayern habe sich der Erklärung nicht angeschlossen, weil das Sonder-Energieministertreffen in Berlin so kurzfristig einberufen worden sei, sagte Meyer.