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Benzin und Diesel: Sprit wird enorm teuer werden - woran das liegt


Autor: Nadine Wüste

München, Mittwoch, 04. Februar 2026

Die Preise für Benzin und Diesel verändern sich in Deutschland weiter. Mehrere Gründe wirken sich auf die Entwicklung an der Zapfsäule aus.
Steigen die Spritpreise weiter wie im Januar? Entwicklungen bei Rohöl und Emissionshandel sorgen für Bewegung am Markt.


Tanken war im Januar erheblich teurer als im vorhergehenden Monat Dezember. Im Schnitt stieg der Preis für Superbenzin der Sorte E10 um 8,6 Cent, Diesel sogar um 9,4 Cent, wie der ADAC berichtet. Ein Liter E10 kostete im bundesweiten Monatsmittel 1,739 Euro, Diesel 1,692 Euro. Der kostspieligste Tanktag des Januars war für Benzinfahrer der 15. Januar mit 1,749 Euro pro Liter E10.

Diesel erreichte am 31. Januar mit 1,718 Euro seinen Höchstpreis. Der günstigste Tanktag für beide Kraftstoffe war Neujahr mit 1,709 und 1,658 Euro je Liter. Im Februar steigen die Spritpreise weiterhin. Im bundesweiten Tagesmittel des Dienstags kostete E10 pro Liter 1,752 Euro, Diesel 1,728 Euro. Beide Werte übersteigen die jeweiligen Januar-Höchststände.

Rohöl beeinflusst den Preis: Diesel ähnelt Heizölprisen

Der ADAC sieht als Hauptgrund für den deutlichen Anstieg im Januar teureres Rohöl. Dessen Preissteigerung wurde teilweise durch den stärkeren Euro kompensiert, da Öl in US-Dollar gehandelt wird. Zudem könnte auch die seit Jahresbeginn geltende neue Stufe des CO2-Preises eine Rolle gespielt haben. Früheren Angaben des Verkehrsclubs zufolge kann diese bis zu drei Cent pro Liter Kraftstoff ausmachen.

Anstelle der bisherigen festen CO₂-Preise tritt nun nämlich ein marktbasiertes Emissionshandelssystem. Der Preis pro Tonne CO₂ wird dadurch nicht länger vom Staat vorgegeben, sondern ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Mit diesem Schritt will die EU den Wandel hin zu einer klimafreundlichen Energieversorgung schneller vorantreiben. Fachleute weisen jedoch schon jetzt auf mögliche starke Kostensteigerungen hin.

Für 2027 prognostiziert der ADAC einen noch stärkeren Preisanstieg an der Zapfsäule. Wie die Tagesschau berichtet, geht der Automobilclub um bis zu 19 Cent mehr pro Liter Benzin und Diesel aus. Hintergrund ist auch hier die Reform des Emissionshandels. Dieser wird ab 2027 auch auf den Verkehrssektor und Gebäudewärme umgelegt.

Mögliche Entlastung für Dieselfahrer ab Frühjahr

Derzeit ist der Preisunterschied zwischen Diesel und E10 auffallend gering. Da der Unterschied bei der Besteuerung zugunsten von Diesel etwa 20 Cent beträgt, ist er auch an der Zapfsäule im langjährigen Durchschnitt deutlich höher. Hier könnten sich Jahreszeit und Kältewelle bemerkbar machen, denn Diesel ähnelt Heizöl stark - eine hohe Heizölnachfrage treibt daher oft auch den Dieselpreis an.

Dieselfahrer können jedoch im Frühjahr auf etwas Entlastung hoffen. Wer sparen möchte, sollte nach Erhebungen von ADAC und Bundeskartellamt vor allem abends tanken und die Morgenstunden vermeiden. Der Preisunterschied kann dabei innerhalb eines Tages im zweistelligen Centbereich pro Liter liegen.

nw/mit dpa