Batterie-Boom beschleunigt sich: Rekord durch E-Autos und Solar
Autor: Klaus Heimann
Deutschland, Mittwoch, 29. Juli 2026
2026 gibt es einen Boom bei den Speicher-Batterien. Die hohe Zahl an Speichern führt dazu, dass die Stromnetze stabiler werden. Was allerdings noch fehlt, ist eine intelligente Steuerung.
Der Energiewende-Trendsetter 1KOMMA5° meldet einen Boom bei den verkauften Speicher-Batterien für Strom aus Wind und Sonne. Den Rekordzuwachs bestätigt auch eine aktuelle Auswertung von Daten der Bundesnetzagentur durch den Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).
Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Intelligente Stromzähler (Smart Meter) und Steuerungen fehlen immer noch. Damit bleibt ein enormes Potenzial der Batterien für das Stromnetz ungenutzt.
Stromversorgung: Batteriespeicher stabilisieren die Energiewende
Batteriespeicher unterstützen die Energiewende, weil sie die schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne ausgleichen. In Zeiten des Überangebots an Strom speichern sie die Energie, um sie dann in Zeiten hoher Nachfrage wieder ins Netz einzuspeisen.
Das Ergebnis ist überzeugend: Die Batteriespeicher leisten einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung des Strommarktes. Sie sichern darüber hinaus die Energieversorgung und ermöglichen zugleich eine effizientere Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien. Die Alternative zu Speichern ist, dass die großen Energieerzeuger viele Milliarden Euro aufwenden, um teure Reserve-Gaskraftwerke vorzuhalten, die sie nur gelegentlich nutzen. Diese sollen dann einspringen, wenn die Sonne nicht scheint (sogenannte "Dunkelflauten") oder der Wind nicht bläst.
Bezahlen sollen diese Kraftwerke die Stromverbraucher mit einer neuen Umlage beim Strompreis. Experten gehen davon aus, dass 10 bis 15 Erdgas-Kraftwerke so entstehen werden. Ein entsprechendes Gesetz, nämlich das Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG), hat der Bundestag inzwischen verabschiedet. Kritik daran kommt von der Umweltschutz-Organisation Greenpeace: "Statt Milliarden in fossile Kraftwerke zu stecken, sollte die Bundesregierung Kosten und CO₂ sparen, indem sie Anreize schafft, Energie klug und sparsam zu nutzen", erklärt Mira Jäger, die Energieexpertin der Organisation. Die Bundesregierung setze auf veraltete fossile Technik anstatt auf klimafreundliche Lösungen wie Batteriespeicher.
Batteriespeicher nachrüsten: Diese Lösungen gibt’sGründe für den Batterien-Boom
Das Hamburger Unternehmen 1KOMMA5° meldet, dass Deutschland innerhalb des Jahres 2026 voraussichtlich rund 37 % mehr Speicherkapazität aufbauen wird. Der monatliche Batteriezubau erreichte im März 2026 einen Allzeit-Rekord von 1.099 Megawattstunden (MWh). Ausschlaggebend für diesen Spitzenwert war unter anderem die Inbetriebnahme neuer Großspeicher. Aber auch die Heimspeicher legten zu. Bereits im März hatte sich die Nachfrage nach Solaranlagen mit Speicher bei 1KOMMA5° im Vergleich zum Vormonat verdoppelt.
"Wir sehen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern eine klare Reaktion auf die globalen Ereignisse", sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von 1KOMMA5°. "Mit Beginn des Iran-Kriegs und den darauffolgenden Preissprüngen bei fossilen Energien ist das Interesse an Unabhängigkeit wieder gestiegen. Wer sich vor den Preisschocks der fossilen Märkte schützen will, setzt auf die Kombination aus Steuerung und Speicher", berichtet er.