Bargeld verliert an Bedeutung: Zahl der Geldautomaten fällt unter 50.000
Autor: Emma Firlus
Deutschland, Dienstag, 10. März 2026
Immer weniger Geldautomaten, immer mehr digitale Zahlungen: In Deutschland zeichnet sich ein klarer Trend ab. Während die Zahl der Bargeldbezugspunkte weiter sinkt, greifen Verbraucher immer häufiger zur Karte oder zum Smartphone.
- Kartenzahlung erstmals beliebter als Bargeld
- Sicherheit, Datenschutz und Unabhängigkeit werden wichtiger
- Mehr Bewusstsein für Produkte "made in Germany"
In Deutschland verschwindet das Bargeld langsam aus dem Alltag. Die Zahl der Geldautomaten ist 2024 erstmals seit Jahrzehnten unter die Marke von 50 000 gesunken und immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen lieber digital.
Kartenzahlung erstmals beliebter als Bargeld
Laut der Deutschen Bundesbank sank die Zahl der Automaten auf rund 49.750. Im Jahr 2023 waren es noch etwa 51.300. Damit rückt der nächste Weg zum Geldabheben für viele Menschen weiter weg. Auch Bankfilialen sind seltener geworden: 2024 verzeichnete die Bundesbank einen Rückgang der Zweigstellen um gut acht Prozent auf knapp 17.870 Standorte. Trotz dieser Entwicklung bleibt die Bargeldversorgung offiziell gesichert – sie ist nur aufwendiger geworden.
Parallel zum Rückgang der Automaten wächst die Nutzung digitaler Zahlungsmittel. Eine aktuelle Allensbach-Studie im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme zeigt: 47 Prozent der Deutschen bezahlten bei ihrem letzten Einkauf mit Karte, nur 41 Prozent griffen zu Scheinen oder Münzen. Besonders die Girocard bleibt erste Wahl für die meisten, während Mobile Payment mit Smartphone oder Smartwatch vor allem bei jungen Menschen beliebt ist: Unter den unter 30-Jährigen liegt der Anteil bereits bei 42 Prozent.
Die Umfrage deutet darauf hin, dass sich die digitale Bezahlung auch langfristig durchsetzen wird: Drei Viertel der Befragten glauben, dass die Kartenzahlung 2030 weiterhin das dominierende Zahlungsmittel sein wird. Allerdings verlangen Händler nicht selten heimlich Gebühren für Kartenzahlung – hier sollten Kundinnen und Kunden genau aufpassen.
Sicherheit, Datenschutz und Unabhängigkeit werden wichtiger
Neben Bequemlichkeit und Geschwindigkeit spielt bei der Wahl des Zahlungsmittels zunehmend die digitale Souveränität eine Rolle. 60 Prozent der Befragten sehen in europäischen und deutschen Bezahlmethoden wie Girocard oder Wero eine wichtige Alternative zu internationalen Anbietern wie VISA oder PayPal.
"Unsere digitalen Zahlungslösungen stehen für Selbstbestimmung und Sicherheit", betont Ingo Limburg, Vorsitzender der Initiative Deutsche Zahlungssysteme.