Babyboomer-Verkaufswelle: Stürzen die Hauspreise bald in den Keller?
Autor: Christoph Eberle
Deutschland, Montag, 10. August 2026
Was ist dran am Mythos vom „Silver Tsunami“? Kommen in ein paar Jahren viele günstige Häuser und Wohnungen auf den Markt, wenn die Babyboomer verkaufen oder sterben?
Kommt ab etwa 2035 tatsächlich eine riesige Zahl von Immobilien auf den Markt, weil die geburtenstarken Babyboomer ihre Häuser und Wohnungen verkaufen? Und könnten dadurch die Immobilienpreise massiv unter Druck geraten?
Medien wie die Bild-Zeitung und das Handelsblatt hatten über entsprechende Studien berichtet, welche die Gefahr eines "Silver Tsunamis" sehen. Silver, weil die Generation mit den silbergrauen Haaren statistisch überdurchschnittlich oft im Eigenheim lebt
Die Vorstellung lautet vereinfacht: Die Babyboomer werden älter, sterben oder ziehen aus ihren Häusern in kleinere Wohnungen oder Pflegeheime – dadurch kämen Millionen von Immobilien in kurzer Zeit auf den Markt und würden diesen wie ein Tsunami regelrecht überfluten. Ein solches Überangebot würde dann zu rapide sinkenden Preisen führen.
Wie realistisch ist das Szenario eines Silver Tsunamis?
Wie realistisch ist dieses Szenario? In welchen Regionen könnte der Traum vom Eigenheim oder einer Wohnung zum Vermieten wirklich günstig realisiert werden? Und wo bleiben die Preise stabil oder es wird trotzdem teurer? Die Mediengruppe Bayern fragte bei Immobilien-Expertin Ute Anthuber aus Neusäß (Landkreis Augsburg) nach.
Anthuber ist Immobilienmaklerin, Abgeordnete im Bundeskongress Immobilienwirtschaft und hat als Stadträtin in Neusäß auch einen kommunalpolitischen Blick auf die Branche. In ihrem Podcast "Steinreich - Vermögensaufbau mit Immobilien" spricht sie über ihr Branchen-Insiderwissen und äußerte sich in einer Folge auch bereits über den Mythos vom "Silver Tsunami".
Die Expertin hält die Vorstellung des Szenarios für zu simpel. "Die demografische Entwicklung allein bedeute nicht automatisch, dass gleichzeitig eine riesige Zahl von Immobilien verkauft wird", sagt sie. Denn nicht jeder ältere Eigentümer wird seine Immobilie verkaufen.
Alternde Bevölkerung bedeutet nicht automatisch viele zusätzliche Verkaufsangebote
Im Gegenteil - viele Menschen würden ihr zufolge