Arm, reich oder Mittelschicht? Wann was gilt
Autor: Christoph Eberle
Deutschland, Freitag, 09. Oktober 2026
Neue Statistiken zeigen, wie sich Brutto- und Nettoeinkommen in Deutschland entwickeln. Wer zur Mittelschicht zählt und welche Einkommensgrenzen aktuell gelten.
Mehrere Organisationen, darunter das Statistische Bundesamt, das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sowie die Sparkassen-Finanzgruppe, haben kürzlich das durchschnittliche Brutto- und Nettoeinkommen in Deutschland untersucht.
Die aktuellen Analysen verdeutlichen nicht nur Veränderungen bei den Löhnen, sondern liefern auch Einblicke in die Entwicklung der Einkommensverteilung. Zusätzlich beleuchten sie die Veränderungen der Einkommensstruktur im Zeitverlauf. Im Folgenden wird erklärt, welche Bedeutung die neuen Zahlen für die Definition der Mittelschicht haben.
Verdienst-Check: Durchschnittliches Brutto-Jahresgehalt in Vollzeit bei 64.441 Euro
Die Sparkassen-Finanzgruppe nahm das durchschnittliche Brutto-Jahresgehalt einschließlich Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld unter die Lupe. Demnach stieg dieses in Deutschland 2025 für Vollzeitbeschäftigte laut Statistischem Bundesamt auf 64.441 Euro brutto – das entspricht bei 13 Monatsgehältern (12 Monate plus je ein halbes Gehalt Urlaubs- und Weihnachtsgeld) je 4957 Euro. Wer keine Sonderzahlungen bekommt, müsste 5370 Euro brutto verdienen.
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Ein Jahr zuvor lag das Durchschnittsgehalt noch bei 62.235 Euro. Das waren bei 13 Gehältern 4787 Euro brutto im Monat und damit 170 Euro weniger. Bei 12 Gehältern wären es 5186,25 Euro. So oder so: Innerhalb von zehn Jahren stiegen die Gehälter und Löhne laut Statistischem Bundesamt um 31 Prozent, seit 1991 sogar um 164 Prozent.
Bin ich "arm" wenn mein Einkommen deutlich niedriger ist?
Nein. Denn der Durchschnittswert fällt beim Einkommensvergleich derart hoch aus, weil sich einzelne besonders hohe Einkommen stark auf die Statistik auswirken, erklärt die Sparkassen Finanzgruppe auf ihrer Internetseite. Anders formuliert: Ein angestellter Oberarzt in einer Klinik, der über 100.000 Euro pro Jahr verdient, oder noch extremer ein Profi-Fußballer mit Millionen-Gehalt reißen die Statistik nach oben. Denn das Durchschnittsgehalt errechnet sich aus allen Einkommen zusammen geteilt durch die Anzahl der Personen.
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