Anlagefehler vermeiden: Tipps für Privatanleger laut Stiftung Warentest
Autor: Alexander Böhm
Deutschland, Sonntag, 16. August 2026
Viele Privatanleger machen bei der Geldanlage typische Fehler. Eine Auswertung von Stiftung Warentest zeigt, worauf Anleger bei ihrem Depot achten sollten.
Wer Geld an der Börse investiert, muss nicht nur die passenden Wertpapiere auswählen. Auch das eigene Verhalten kann die Rendite erheblich beeinflussen. Das zeigt eine gemeinsame Auswertung von Stiftung Warentest und Professor Steffen Meyer. Dafür wurden rund 115.000 Depots untersucht.
Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Nicht einmal 1.000 der untersuchten Depots waren frei von den fünf analysierten Anlagefehlern. Fast jeder Privatanleger machte demnach mindestens einen der typischen Fehler.
Die fünf häufigsten Anlagefehler im Überblick
Diese Fehler sollten Privatanleger bei der Geldanlage vermeiden:
- Zu geringe Streuung: Das Depot ist zu stark auf einzelne Aktien, Branchen oder Länder konzentriert.
- Zu häufiges Handeln: Gebühren und emotionale Entscheidungen können die Rendite schmälern.
- Spekulative Produkte: Risiken von Hebelprodukten oder Zertifikaten werden unterschätzt.
- Market-Timing: Anleger versuchen, den perfekten Ein- und Ausstiegszeitpunkt zu erwischen.
- Dispositionseffekt: Verlustbringer werden zu lange gehalten, während Gewinner zu früh verkauft werden.
Zu wenig Streuung: Das Risiko eines Klumpens im Depot
Wer einen großen Teil seines Vermögens in wenige Aktien, Branchen oder Länder investiert, geht ein erhöhtes Risiko ein. Entwickelt sich eine wichtige Position schlecht, kann das gesamte Depot deutlich darunter leiden.
Auch viele verschiedene Wertpapiere bedeuten nicht automatisch eine gute Risikostreuung. Wer beispielsweise in zehn deutsche Bankaktien investiert, verteilt sein Geld zwar auf mehrere Unternehmen, bleibt aber stark von einer Branche und einem einzelnen Markt abhängig.
Eine Möglichkeit zur breiteren Streuung können weltweit investierende Aktien-ETFs sein. Einzelaktien sollten dagegen nur einen begrenzten Anteil des Depots ausmachen. Anleger können sich dafür eine maximale Gewichtung einzelner Positionen setzen und das Depot bei größeren Abweichungen wieder entsprechend anpassen.
Zu häufiges Kaufen und Verkaufen kostet Rendite
Jeder Kauf und Verkauf kann zusätzliche Kosten verursachen. Dazu gehören etwa Ordergebühren, Börsenentgelte oder die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Wer sein Depot häufig umschichtet, muss diese Kosten zunächst durch eine bessere Wertentwicklung wieder hereinholen.