Alkoholsteuer steigt: Das ändert sich 2027 bei Sekt, Likör und Co.
Autor: Redaktion
Deutschland, Dienstag, 07. Juli 2026
Nach Zucker soll nun auch Alkohol stärker besteuert werden. Das Bundesfinanzministerium hat ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht. Was wird für Verbraucher künftig teurer?
Das Bundesfinanzministerium unter Lars Klingbeil (SPD) plant, die Alkoholsteuer im nächsten Jahr um 20 Prozent anzuheben. Das ergibt sich aus einem Gesetzentwurf des Ministeriums, den das Kabinett am Montag (6. Juli 2026) auf den Weg gebracht hat. Bereits ab dem 1. Januar 2027 soll der Steuersatz für alkoholhaltige Getränke steigen. Medienberichten zufolge hatte die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Expertenkommission sogar eine noch deutlichere Erhöhung empfohlen. Auch auf zuckerhaltige Getränke wie Cola sollen künftig Extra-Steuern anfallen.
Höhere Alkoholsteuer: Welche Getränke verteuern sich?
Den Plänen Klingbeils zufolge soll die Alkoholsteuer von 13,03 Euro pro Liter Reinalkohol auf 15,64 Euro steigen. Das geht aus dem Entwurf hervor. Eine 0,7-Liter-Flasche einer Spirituose mit 40 Volumenprozent, etwa Wodka, Whisky oder Rum, würde sich dadurch einschließlich Mehrwertsteuer um 87 Cent verteuern.
Auch die Steuer auf Sekt, Champagner, alkoholhaltige Likörweine wie Sherry oder Portwein sowie sogenannte Alkopops soll dem Bericht nach um 20 Prozent steigen. Bei der Biersteuer ist hingegen keine Erhöhung vorgesehen.
Steuerliche Ausnahmen bei Bier und Wein
Für Bier gilt bereits ein eigener Steuersatz, der sich nicht am Alkoholgehalt, sondern am Stammwürzegehalt orientiert. Für eine durchschnittliche Flasche Pils fallen rund 4 Cent Biersteuer an. Hinzu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer.
Wein soll "steuerfrei" bleiben. Das bedeutet, dass auf Wein weder eine besondere Weinsteuer noch eine Alkoholsteuer erhoben wird, sondern lediglich die Mehrwertsteuer anfällt.
Mehr Einnahmen und geringerer Konsum: Das soll die höhere Alkoholsteuer bewirken
Festgelegt werden sollen die Erhöhungen in einem Begleitgesetz zum Etat 2027. Der Entwurf liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Höhere Alkohol- und Tabaksteuern hatte das Kabinett bereits im April beim Beschluss der Eckwerte als eine der Maßnahmen ins Auge gefasst, um Haushaltslücken zu schließen. Die zusätzlichen Einnahmen aus der Alkoholsteuer sollen sich jährlich auf 455 Millionen Euro belaufen und in den Bundeshaushalt fließen. Hinzu kommen höhere Abgaben auf Zucker und Tabak, die den Haushalt zusätzlich entlasten sollen.
Minister Lars Klingbeil (SPD) nannte mit Blick auf die geplante Zuckersteuer auf Getränke wie Limonaden und Colas noch ein weiteres Ziel. "Alles das dient auch dem Gesundheitsschutz. Was krank macht, wird also teurer." Details zur konkreten Ausgestaltung und zum Starttermin der Zuckersteuer nannte er zunächst nicht.