Erstzulassungsjahr 2023
- Anzahl bei E-Auto: 2,1 Pannen
- Anzahl bei Verbrennern: 5,8 Pannen
Warum haben Stromer weniger Ausfälle?
Wie ist die geringere Pannhäufigkeit bei E-Autos zu erklären? E-Autos haben deutlich weniger verschleißanfällige Komponenten. Typische Fehlerquellen klassischer Antriebsstränge wie Kupplung, Auspuffanlage, Zündsystem, Kraftstoffsystem oder ölbasierte Schmierung entfallen bei vollelektrischen Modellen. "Der elektrische Antrieb arbeitet außerdem mit weniger beweglichen Teilen und verursacht geringere thermische und mechanische Belastungen", erläutern die Experten des ADAC in ihrem Pannenreport.
Und wo ist die Pannenhäufigkeit bei E-Autos am größten? Die Starterbatterie ist unabhängig von der Antriebsart für die größte Anzahl an Pannen verantwortlich. Elektroautos sind hier aber nur halb so häufig betroffen wie Verbrenner (3,1 versus 6,1). Elektroautos haben dafür häufiger Probleme mit der Bordelektronik.
Im Bereich Motor, Motormanagement und Hochvolt-Systeme erleiden Verbrenner etwas häufiger eine Panne als Elektroautos. Das führt der ADAC auf die einfachere Konstruktion des Elektroantriebs zurück. "Während Verbrenner aus Hunderten von Teilen wie Kolben, Ventilen oder Turboladern bestehen, hat ein Elektromotor oft nur ein bewegliches Teil, den Rotor." Weniger Teile bedeuten auch weniger Verschleiß.
Sind auch ältere E-Autos weniger pannenanfällig?
Elektroautos sind über alle Altersklassen hinweg erheblich zuverlässiger als Verbrenner. Auch ältere Fahrzeuge sind weniger pannenanfällig. Ein zehn Jahre altes Fahrzeug hatte im Jahr 2015 noch eine Pannenwahrscheinlichkeit von 6,5 Prozent – 2025 waren es nur noch 3,1 Prozent. Besonders gut lässt sich das an der sogenannten Pannenkennziffer (PKZ) erkennen. Diese sagt aus, wie viele Pannenfälle pro 1.000 Fahrzeuge auftreten.
Ein vier Jahre altes Elektroauto wies 2025 eine PKZ von 6,5 auf, gleich alte Verbrenner lagen schon bei 12,5. Der Grund dafür ist, dass in einem Elektroauto deutlich weniger verschleißanfällige Teile verbaut sind. Typische Fehlerquellen beim Verbrenner sind etwa Elemente des Antriebsstrangs oder das Kraftstoffsystem.
Die mit Abstand häufigste Ursache für Einsätze der Pannenhilfe ist, egal ob Verbrenner oder E-Auto, ein Defekt der 12-Volt-Batterie. Fast die Hälfte aller Pannenfälle geht darauf zurück. Bei Elektroautos gibt es darüber hinaus einen auffälligen Anteil der Pannenfälle in Bezug auf das Bordnetz. Hier ist die Kennziffer sogar höher als bei Verbrennern, was ADAC-Experten auf die kompliziertere Bordelektronik bei E-Autos zurückführen.
Einige Fahrzeugmodelle sind unabhängig von ihrem Zulassungsjahr besonders zuverlässig. Bei den dreijährigen E-Autos sind der BMW i3 und das Tesla Model 3 die zuverlässigsten Vertreter.
Beim koreanischen Hersteller Hyundai fällt das Modell Ioniq 5 mit außergewöhnlich vielen Pannen auf, da es ein offenkundiges Problem mit einem Bauteil der Stromversorgung gibt. Hyundai hat ein größeres Problem, weil die Elektroautos erst mit zwei Erstzulassungs-Jahrgängen (2022 und 2023) in der Pannenstatistik erfasst sind. Hyundai-Modelle beider Jahrgänge erscheinen "rot", also mit der Note "mangelhaft", in der Pannenstatistik des ADAC.
Wird der Fokus bei den Marken nur auf die Verbrenner gerichtet, sind der Mini und der BMW X2 als sehr pannenarm zu vermerken. Die Pannenstatistik zeigt aber auch, dass einige Fahrzeuge auffällig häufig liegen bleiben. Dazu gehört nach wie vor der Toyota C-HR, der in mehreren Jahrgängen zu den unzuverlässigsten Fahrzeugen seiner Klasse zählt. Gleiches gilt für die Modelle "RAV4", "Yaris (Cross)" und "Corolla" des japanischen Herstellers.