Ab Juli: Kein Tankrabatt mehr? "Staat kommt an Grenzen seiner Möglichkeiten"
Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa
Berlin, Donnerstag, 28. Mai 2026
Der Tankrabatt für Benzin und Diesel wird wohl Ende Juni auslaufen. Bundesverkehrsminister Schnieder warnt vor weiter steigenden Spritpreisen und möglichen Belastungen für Unternehmen.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder reduziert die Erwartungen an eine Verlängerung des "Tankrabatts" über den 1. Juli hinaus. "Der Staat kommt irgendwann an die Grenze seiner Möglichkeiten", äußerte der CDU-Politiker gegenüber dem Handelsblatt.
Schnieder betonte die Wichtigkeit, insbesondere den Güterverkehr zu berücksichtigen. "Der hat große Auswirkungen auf das, was wir im Alltag spüren. Diese Preise werden weitergegeben, Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs werden teuer."
Ab Juli: Tanken wieder teurer? Tankrabatt wird wohl nicht verlängert
Besonders kleinere Unternehmen stünden vor Herausforderungen. Der "Tankrabatt" stellt eine temporäre Steuersenkung auf Kraftstoffe dar, um Autofahrer und Unternehmen angesichts hoher Spritpreise infolge des Iran-Kriegs zu entlasten.
Die Energiesteuern auf Diesel und Benzin wurden um 14,04 Cent pro Liter reduziert. Da auf die entfallende Energiesteuer auch keine Mehrwertsteuer berechnet wird, ergibt sich insgesamt eine Senkung um 16,7 Cent – gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.
Die Steuersenkung ist seit Anfang Mai 2026 in Kraft und läuft bis Ende Juni 2026. Dem Staat könnten dadurch Steuerausfälle von bis zu 1,6 Milliarden Euro entstehen.
Entwarnung für Urlaub: "Wird nicht daran scheitern, dass wir kein Kerosin mehr haben"
Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Deutschland zu einem physischen Mangel an Kraftstoffen kommt, schätzt Schneider zumindest kurzfristig als gering ein.
Bei Benzin und Diesel seien die Bezugsquellen vielfältiger, Deutschland sei "nicht so abhängig vom Nahen Osten", erklärte er. Der CDU-Politiker sieht den Sommerreiseverkehr nicht bedroht: "Er wird jedenfalls nicht daran scheitern, dass wir in Deutschland kein Kerosin zur Verfügung haben." Sorgen bereite derzeit vor allem die Preisentwicklung bei Kraftstoffen.