Sauberes Geschirr, verschmutzte Umwelt: Wer beim Abwaschen einen Schwamm verwendet, setzt dadurch unfreiwillig Mikroplastik frei, wie eine Studie jetzt zeigt.
Geschirrspülen gilt bei den meisten von uns als lästige Angelegenheit. Es ist monoton und kostet Zeit. Hinzu kommt: Besonders umweltfreundlich ist der Griff zum Spülschwamm auch nicht. Eine neue Studie der Universität Bonn deckt einen unerwünschten Nebeneffekt auf.
Wie die Untersuchungen zeigten, verlieren Schwämme bei ihrer Benutzung Material. Dadurch wird hochgerechnet tonnenweise Mikroplastik freigesetzt, welches dann in Böden und Gewässer gelangt.
Studie zeigt: Spülschwämme verlieren Mikroplastik
Die Forschenden untersuchten drei Schwammtypen. Um möglichst präzise Ergebnisse zu erhalten, kombinierte man Laborversuche und suchte nach Freiwilligen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten die Schwämme im Alltag nutzen, um "realistische Nutzungsbedingungen und typische Spülgewohnheiten" zu erfassen, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität Bonn.
Das Ergebnis: Alle drei Schwammtypen setzten durch Materialverlust Mikroplastik frei. Abhängig vom Schwamm liegt der Wert zwischen "etwa 0,68 und 4,21 Gramm Mikroplastik pro Person und Jahr". Je höher der Kunststoffanteil des Schwammes, desto höher war auch die Freisetzung von Mikroplastik.
Die ermittelten Zahlen klingen zunächst einmal nicht nach viel, hochgerechnet kommt aber eine beachtliche Menge zusammen: Auf nationaler Ebene werden nur dadurch jährlich bis zu 355 Tonnen Mikroplastik freigesetzt - unter der Voraussetzung, ein bestimmter Schwammtyp wird flächendeckend benutzt. Somit gelangen jährlich tonnenweise "Mikroplastik in Gewässer oder Böden". Immerhin halten Kläranlagen den Großteil zurück.
Umweltfreundlich Geschirrspülen: Mit diesen Tipps klappt's
Zudem gab es noch eine weitere wichtige Erkenntnis. Der Großteil der gesamten Umweltwirkungen beim Spülen geht auf einen ganz anderen Faktor zurück: den Wasserverbrauch. Dieser hat "85 bis 97 Prozent" Anteil am Gesamtökosystemschaden beim Geschirrspülen. Der Anteil der Mikroplastikemissionen ist dementsprechend wesentlich geringer.
Um die unerwünschten Geschirrspül-Nebeneffekte zu reduzieren, zeigen die Autoren drei Möglichkeiten auf: