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Rattenplage vermeiden: Ein Küchengewürz hält die Nager vom Haus fern


Autor: Lea Mitulla

Deutschland, Dienstag, 13. Oktober 2026

Starke Gerüche können Schädlinge wie Ratten oder Mäuse fernhalten. Ein bewährtes Hausmittel dafür findet man im Gewürzschrank.
Ratten mögen keine intensiven Gerüche.


Ratten oder Mäuse können sich unbemerkt in Haus und Garten einnisten. Um eine Plage zu verhindern, ist schnelles Handeln gefragt. Zu Giftködern braucht man deshalb aber nicht zu greifen. Denn die Nager lassen sich auch mit einfachen Hausmitteln, die fast jeder daheim hat, in Zaum halten.

Eines dieser Mittel sind Lorbeerblätter. Das Küchengewürz enthält den Duftstoff Eucalyptol, der Schädlinge wie Ratten fernhält. Starke Gerüche bringen nämlich den Orientierungssinn der Tiere durcheinander. Wenn man die Blätter gezielt im Haus oder in der Garage platziert, etwa entlang der üblichen Laufwege, kann man Mäuse oder Ratten auf natürliche Weise vertreiben.

Rattenplage verhindern: So wirkt der Lorbeerblatt-Trick

Oft fällt der Befall erst auf, wenn sich die Schädlinge bereits ausgebreitet haben. Erste Anzeichen sind zum Beispiel angenagte Verpackungen, Textilien oder Lebensmittel. Auch Kot und Urin gelten laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) als eindeutige Belege für einen Befall.

  1. Lege frische oder getrocknete Lorbeerblätter an Stellen aus, an denen Nager häufig auftauchen. Dazu zählen dunkle Ecken, Bereiche unter Schränken, die Speisekammer und andere geeignete Schlupfwinkel im Haus sowie die Nagerpfade, die du an Kot oder Fraßspuren erkennst.
  2. Ersetze die Blätter alle zwei bis drei Wochen, da sich der Duft sonst verflüchtigt.
  3. Sichere die Zugänge zu Haus und Grundstück ab, damit die Nager nicht zurückkehren. Lebensmittelvorräte sollten vor allem fest verschlossen aufbewahrt werden.

Alternativen zum Lorbeer-Trick: Was Experten zur Abwehr von Ratten und Mäusen empfehlen

Lorbeer ist ungiftig und stellt daher weder für Tiere noch für Kinder eine Gefahr dar. Allerdings können sich Mäuse und Ratten mit der Zeit an den Geruch gewöhnen. Eine Kombination verschiedener Duftquellen kann helfen, die abschreckende Wirkung zu erhalten.

Ältere Haushaltsratgeber empfehlen oft Tücher, die mit Essig, Terpentin, Pfefferminz- oder Nelkenöl getränkt wurden. Dabei ist Vorsicht geboten, denn diese Stoffe dürfen keinesfalls in Kinderhände gelangen. Der BUND meint: "Getrocknetes Kamillen- oder Pfefferminzkraut mit Sand in den Mäuselöchern soll Mäuse vertreiben." Beide Pflanzen enthalten andere, aber ähnlich kräftige Duftstoffe wie der Lorbeer.

Auch Lebendfallen sind eine Option. Laut BUND lässt sich eine selbstgebaute Falle aus einem glatten Behälter und Futterköder herstellen. Stellt man den Behälter neben einen Stuhl, können Mäuse hineinklettern, aber nicht mehr entkommen. Anschließend kann man sie draußen, in sicherer Entfernung vom Haus, wieder freilassen.

Vorsicht: Duftstoffe sind keine Dauerlösung gegen Schädlingsbefall

Langfristig sind Lebendfallen und abschreckende Gerüche jedoch keine verlässliche Lösung. Wichtiger ist es, die Zugänge zum Haus mausesicher zu machen. Der BUND rät, Türen und Kellerfenster besonders nachts geschlossen zu halten. Feinmaschige Gitter können ebenfalls helfen, die Nager fernzuhalten. Außerdem sollten Mülltonnen stets verschlossen bleiben und Lebensmittel gut verpackt aufbewahrt werden.

Eine seit jeher bewährte tierische Unterstützung gegen die Nager ist die Hauskatze. Der BUND empfiehlt eine solche Anschaffung, weil die Katze Mäusen in Hausnähe nachstellt. Als natürlicher Feind gehöre sie zu den wirksamsten Mitteln. Allerdings hat auch dies eine Kehrseite: Wird nicht aufgepasst, bringen die Stubentiger die Mäuse zum "Spielen" lebend ins Haus.

Warum man auf Giftköder gegen Mäuse und Ratten verzichten sollte

Gelangen Ratten oder Mäuse ins Haus, muss man schnell aktiv werden. Die Tiere vermehren sich rasant und können Krankheiten übertragen. Befallene Lebensmittel sollte man deshalb umgehend entsorgen. Experten raten jedoch grundsätzlich von Giftködern ab, weil sich vergiftete Mäuse oft in schwer zugängliche Ecken zurückziehen und dort verenden. Zudem stellen Giftköder eine Gefahr für Haustiere und Kinder dar.

Lange verbreitet waren sogenannte chemische Rodentizide, die gegen Nagetiere wie Hausmäuse, Hausratten, Wanderratten oder Feldmäuse eingesetzt wurden. Laut Umweltbundesamt führen sie dazu, "dass die Tiere die Fähigkeit zur Blutgerinnung verlieren und dadurch meist innerlich verbluten." Die Behörde rät insbesondere bei vereinzelt auftretenden Nagern dringend davon ab, Gift zu verwenden, das unter anderem als Getreide- oder Pastenköder erhältlich ist.

Seit Mai 2026 wird der Verkauf von klassischen Rodentiziden strenger reguliert. Laut Gesetz dürfen viele Arten nicht mehr an Privatpersonen verkauft werden, sondern nur noch gegen Vorlage eines Sachkundenachweises. Restbestände dürfen jedoch noch bis Ende Oktober 2026 aufgebraucht werden. Bei starkem Befall sollte man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, um die Plage in den Griff zu bekommen. Unter Umständen ist der Befall sogar meldepflichtig, im Zweifelsfall sollte man sich daher auch an die zuständige Behörde wenden.