Die meisten haben es schon einmal durchmachen müssen: Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Magen-Darm-Infektionen gehören weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten, erklärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung(BZgA)auf ihrem Portal infektionsschutz.de. Ein altes Hausmittel gegen die Beschwerden sind Cola und Salzstangen. Doch hilft das wirklich?

Magen-Darm-Infektionen rufen unterschiedliche Symptome hervor

Eine Magen-Darm-Infektion - in der Fachsprache als Gastroenteritis bezeichnet - kann ganz verschiedene Beschwerden hervorrufen. Je nach Erregertyp und Zustand des Immunsystems können die Ausmaße sehr unterschiedlich sein. So brauchen die Erreger ab dem Ansteckungszeitpunkt unterschiedlich lange, um Beschwerden auszulösen - das können einige Stunden oder auch mehrere Tage sein. Erst vor kurzem ging in Franken der Norovirus um. Die Infektion ist äußerst unangenehm, und für manche Menschen sogar gefährlich. Wie kann man sich davor schützen?

Meist fängt die Erkrankung mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall an. Der Erkrankte fühlt sich schlapp - gelegentlich kommt noch Fieber hinzu. Durch den Verlust von Flüssigkeit kann Schwindel oder ein ausgeprägtes Schwächegefühl auftreten. In der Regel klingen die Beschwerden nach einigen Tagen wieder vollständig ab.

Viel trinken und Mineralstoffe aufnehmen

Besonders wichtig ist es, den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Deshalb ist es wichtig, viel zu trinken. Mit leicht gesalzenem Tee oder Brühe in kleinen Schlucken kann man erneutes Erbrechen vermeiden.

Auch Elektrolytlösungen aus der Apotheke sind nützlich, um dem Körper Minerale in flüssiger Form zuzuführen. Das empfiehlt die Techniker Krankenkasse auf ihrer Webseite. Ebenfalls soll es helfen, sechs gestrichene Teelöffel Zucker und einen gestrichenen Teelöffel Salz in einem Liter Wasser aufzulösen und langsam zu trinken. Feste Nahrung sollte erst nach Ende des Erbrechens wieder zugeführt werden.

Welche Hausmittel helfen?

Als Einstiegskost eigenen sich vor allem bindende Nahrungsmitteln wie Karotten, Äpfel, Reis und Kartoffeln. Fett hingegen sollte nur sehr sparsam dosiert werden, da es die Verdauung anregt - so die Techniker Krankenkasse. Auch Zwieback, gekochte Haferflocken und andere gut verträgliche Lebensmittel sind zu empfehlen.

Stopfende Lebensmittel oder Medikamente sind hingegen nicht sinnvoll, denn mit dem Durchfall scheiden Patienten Erreger und Gifte aus. Wenn das gebremst wird, zieht sich der Krankheitsverlauf unter Umständen noch länger hin.

Oft hilft auch eine Nahrungspause von sechs bis zehn Stunden - auf keinen Fall jedoch eine Trinkpause. Sobald der Appetit wieder eintritt, empfiehlt es sich wieder mit leichter Kost zu beginnen.

Salzstangen und Cola - gut oder schlecht?

Da Kinder empfindlicher auf Flüssigkeitsverluste reagieren als Erwachsene, sollten vor allem sie auf das alte Hausmittel "Cola und Salzstangen" besser verzichten - so die Techniker Krankenkasse.

Der ausgesprochen hohe Zuckeranteil in Cola-Getränken fördert die bei Durchfall ohnehin schon größere Wasserabgabe aus dem Körper ins Darminnere, sodass der Organismus noch mehr Wasser verliert. Das in der Cola enthaltene Koffein verstärkt zudem den Kaliumverlust.

Erwachsene können ohne Bedenken ein paar Salzstangen essen. Dadurch können sie vor allem den Natrium-Verlust ausgleichen.

Weiterhin empfiehlt die Techniker Krankenkasse:

  • Geriebenen Apfel (mit Schale): Das darin enthaltene Pektin bindet Flüssigkeit und hilft gegen Durchfall.
  • Pürierte Banane: Die Frucht liefert viele verlorene Mineralien und dient vor allem dazu, die Kalium-Speicher wieder aufzufüllen.
  • Reisschleim, in kleinen Portionen und mehrmals am Tag: Den Schleim mit Wasser (niemals Milch) kochen und leicht salzen, nicht zuckern.
  • Risotto (Reis): Ein altes italienisches Hausmittel ist trockenes Risotto mit geriebenem Parmesan.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn die Hausmittel nicht helfen und starke Kreislaufprobleme, Muskelkrämpfe, Schläfrigkeit oder hohes Fieber auftreten, sollte in jedem Fall eine Ärztin oder ein Arzt zu Rate gezogen werden. Das gleiche gilt, wenn Blut im Stuhl auftritt oder der Brechdurchfall länger als drei Tage anhält.

Bei Senioren oder Menschen mit geschwächter Immunabwehr können Magen-Darm-Infektionen sehr ernst werden. Das trifft auch auf Säuglinge und Kleinkinder zu, denn sie reagieren besonders empfindlich auf den Flüssigkeitsmangel. So können gerade bei Risikopatienten Kreislaufprobleme bis hin zum Kollaps auftreten, in sehr schweren Fällen droht sogar Nierenversagen. Der Flüssigkeitsverlust muss dann durch Infusionen ausgeglichen werden. ln