Betablocker: So gefährlich sind Blutdrucksenker wirklich - Studie warnt vor negative Folgen für die Psyche
Autor: Redaktion
Berlin, Donnerstag, 18. August 2022
Betablocker haben sich als Arzneimittel gegen zahlreiche Herzbeschwerden bewährt. Doch die Tabletten sollen auch negative Auswirkungen auf die Psyche haben. Eine Studie der Berliner Charité hat sich dieser Frage angenommen.
- Die Einnahme von Betablockern steht unter dem Verdacht, negative Folgen für die Psyche zu haben
- Depressionen, Müdigkeit und Schlaflosigkeit sind die am häufigsten Nebenwirkungen
- Eine Studie hat nun untersucht, wie gefährlich die Blutdrucksenker wirklich sind
Betablocker kommen vor allem bei der medikamentösen Behandlung von Herzkrankheiten zum Einsatz. Die wohl wichtigste Wirkung des Arzneimittels ist die Senkung der Ruheherzfrequenz und des Blutdrucks. Während der Corona-Pandemie wurde den Tabletten auch eine mildernde Wirkung bei Covid-19-Infektionen zugeschrieben. Angeblich sollten sie die schwer des Krankheitsverlaufs abschwächen. Doch schon seit längerer Zeit werden Stimmen laut, die Betablocker aus Auslöser für Schlafstörungen, Depressionen und andere psychische Probleme sehen. Forschenden des Instituts für klinische Pharmakologie und Toxikologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin sind dieser Frage nun auf den Grund gegangen. Im Fachmagazin Hypertension veröffentlichten die Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse.
Betablocker: Wie gefährlich sind die Blutdrucksenker wirklich?
Schon seit langer Zeit besteht unter Fachleuten die Annahme, dass Betablocker möglicherweise negative Folgen für das menschliche Gehirn haben könnte. Zu den am weitesten verbreiteten Nebenwirkungen gehören unter anderem:
- Depressionen
- Angstzustände
- Schläfrigkeit
- Schlaflosigkeit
- Halluzinationen
- Albträume
"Die möglichen psychischen Nebenwirkungen von Betablockern werden in der wissenschaftlichen Gemeinschaft seit vielen Jahrzehnten diskutiert", sagt Reinhold Kreutz, Professor der Berliner Charité. Es stellt sich also die Frage, wie gefährlich Betablocker wirklich sind?
Die aktuelle Studie sei die erste ihrer Art, da sie das gesamte Spektrum der psychischen Nebenwirkungen abdecken würde. Die Grundlage der Forschung bestand aus den Daten von mehr als 50.000 Personen aus 258 Untersuchungen. Etwa 70 Prozent der Untersuchungen waren klinische Studien, die sich mit der Behandlung von Blutdruck konzentrierten.
Müdigkeit und Depressionen: Mythos und echte Nebenwirkungen?
Die am häufigsten genannte Nebenwirkung von Betablockern sind Depressionen. Angeblich seien die Blutdrucksenker für die Schwermütigkeit einiger Patienten verantwortlich. Laut der Studie ist das jedoch nur ein Mythos. Die Ergebnisse zeigten, dass die Rate der Abbrüche der Medikamenteneinnahme aufgrund von Depressionen sowohl in der Gruppe der Betablocker einnehmenden Menschen genauso hoch war, wie in der Placebo-Gruppe.