Wegen Inhaltsstoff: Kann dieser Tee den Krebs bremsen?
Autor: Andrea Baumann
Deutschland, Freitag, 10. April 2026
Kann eine Tasse Grüntee wirklich gegen Krebs helfen? Wir verraten, was dahintersteckt und welche Eigenschaften dem Pflanzenstoff EGCG zugeschrieben werden.
Welchen Einfluss kann eine Tasse Grüntee auf Krebs haben? Dieser Frage geht die Forschung seit Jahren nach. Im Mittelpunkt steht dabei der Pflanzenstoff EGCG, der als potenziell krebshemmend gilt. Neue Studien liefern Hinweise darauf, wie dieser Wirkstoff auf Tumorzellen wirkt. Gleichzeitig wird deutlich, wie komplex und noch nicht abschließend geklärt die Zusammenhänge sind. Hier erfährst du, warum EGCG dennoch so interessant für die Krebsforschung ist.
Welche Eigenschaften hat der Pflanzenwirkstoff EGCG?
Für viele ist eine Tasse grüner Tee am Morgen eine beliebte Alternative zum Frühstückskaffee. Laut Studien kann Grüntee nicht nur belebend wirken, sondern auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle senken. Auch dem sekundären Pflanzenstoff Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG), der zu den Catechinen gehört, werden positive Eigenschaften zugeschrieben: EGCG wirkt stark antioxidativ und kann sogenannte freie Radikale neutralisieren. Diese aggressiven Moleküle können Zellschäden verursachen und unter anderem an der Entstehung von Krebs beteiligt sein.
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Die Forschung beschäftigt sich vor allem mit EGCG, weil oxidativer Stress eine zentrale Rolle bei der Krebsentwicklung spielt. Wenn dieser Stress reduziert wird, könnte der Wirkstoff schädliche Prozesse bremsen und Zellen schützen – genau hier setzt die Hypothese an, warum grüner Tee potenziell krebshemmend wirken könnte.
Die Studienlage ist jedoch komplex. Große Übersichtsarbeiten, die viele Einzelstudien zusammenfassen, zeigen kein einheitliches Bild: Manche Untersuchungen deuten darauf hin, dass regelmäßiger Grüntee-Konsum das Krebsrisiko senken könnte, andere finden keinen klaren Zusammenhang oder berichten sogar gegenteilige Effekte.
Wie kann EGCG das Wachstum von Hirntumorzellen hemmen?
Eine aktuelle Studie der Nanjing Medical University hat untersucht, wie EGCG auf Gliome wirkt. Diese sind die häufigste Form primärer Hirntumoren und besonders schwer behandelbar, weil sie schnell wachsen und in gesundes Gewebe eindringen. Die Studienergebnisse zeigen, dass EGCG das Wachstum der Tumorzellen bremsen kann. Auch konnte beobachtet werden, dass die Tumorzellen weniger stark in gesundes Gewebe eindringen und sich weniger ausbreiten.
Laut Studie könnte dies daran liegen, dass EGCG bestimmte Signalwege in den Zellen beeinflusst. Diese steuern Zellteilung, Bewegung und Überleben der Tumorzellen. Wenn die Signalwege gehemmt werden, verlieren die Krebszellen folglich an Dynamik. Ausschlaggebend ist auch die Kombination mit dem Chemotherapeutikum Temozolomid, das oft bei Gliomen eingesetzt wird: So zeigt die Studie, dass EGCG ohne zusätzliche Nebenwirkungen die Wirkung dieses Medikaments verstärken kann.
Trotz dieser Ergebnisse sollte beachtet werden, dass die Untersuchungen überwiegend unter Laborbedingungen durchgeführt wurden. Weitere klinische Studien müssen nun prüfen, ob sich diese Effekte auch im menschlichen Körper zeigen.