Studie überrascht: Fast-Food-Videos können beim Abnehmen helfen
Autor: Emma Firlus
Deutschland, Samstag, 16. Mai 2026
Ein kurzer Blick auf das Smartphone reicht heute oft schon aus – und plötzlich tauchen überall Bilder von Burgern, Pizza oder Desserts auf. Eine Gefahr für jede Diät?
Viele Diät-Tipps warnen vor genau dem, was im Netz allgegenwärtig ist: Bilder von Burgern, Pizza und Desserts. Doch eine neue Studie stellt diese Annahme infrage. Demnach könnten ausgerechnet visuelle Eindrücke von ungesundem Essen dazu beitragen, den Appetit zu zügeln – zumindest unter bestimmten Bedingungen.
Zwischen Verbot und Versuchung: Warum Essensbilder plötzlich anders wirken
Diäten gelten als ständiger Kampf gegen das eigene Verlangen. Klassischer Rat dabei: Wer abnehmen will, sollte sich möglichst nicht mit Bildern von Essen umgeben, das als ungesund gilt. Doch diese einfache Regel gerät durch neue Forschung ins Wanken.
Eine aktuelle Untersuchung, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Computers in Human Behavior, kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Gerade Menschen, die aktiv versuchen, ihre Essgelüste zu unterdrücken, reagieren besonders stark auf Bilder von kalorienreichen Speisen im Netz.
Die Forscher beschreiben einen Effekt, den sie als "cross-modale Sättigung" bezeichnen. Die Idee dahinter: Allein das Betrachten von Essen kann das Verlangen nach tatsächlichem Verzehr senken – ohne dass überhaupt gegessen wird.
Der Blick auf Pizza und Kuchen: Wer wirklich reagiert
Um diese Wirkung zu testen, analysierten die Forscher mehrere Experimente mit insgesamt mehreren hundert Teilnehmenden. Dabei ging es unter anderem um die Nutzung eines simulierten Food-Blogs mit Videos von Koch- und Essensszenen.
Ein zentrales Ergebnis: Personen, die angaben, gerade zu diäten, klickten deutlich häufiger auf Beiträge mit ungesundem Essen als auf solche mit "gesünderen" Gerichten. Entscheidend war dabei weniger der bewusste Wille, sondern vielmehr der Umgang mit unterdrückten Essgedanken.
Je stärker Teilnehmende versuchten, nicht an bestimmte Lebensmittel zu denken, desto stärker wurden sie von entsprechenden Inhalten angezogen. Die Forscher sprechen hier von einem bekannten psychologischen Rebound-Effekt: Was verdrängt werden soll, drängt sich erst recht in den Vordergrund.