Schneidebretter: 6 Fehler in der Küche können schwer krank machen

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Schneidebretter: Diese Fehler können schwer krank machen
Wer bei der Nutzung von Schneidbrettern nicht aufpasst, riskiert seine Gesundheit.
Schneidebretter: Diese Fehler können schwer krank machen
bazinga1k980/Pixabay

Ob Holz, Glas oder Kunststoff: Jeder Hobbykoch nutzt daheim Schneidebretter. Doch wer nicht penibel aufpasst, riskiert Infektionen mit möglichen schwerwiegenden Folgen.

In deutschen Küchen lauert eine oft unterschätzte Gefahr: Krankheitserreger, die durch unsachgemäßen Gebrauch von Schneidebrettern auf Lebensmittel übertragen werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor sogenannten Kreuzkontaminationen, die schwere Lebensmittelinfektionen auslösen können. Zuletzt sind diese Erkrankungen in Deutschland dramatisch gestiegen.

Zu den Erkrankungen gehören Infektionen mit Salmonellen (unter anderem Sepsis als mögliche Folge), Listerien (große Gefahr: Hirnhautentzündung), EHEC (unter anderem Nierenversagen möglich) und viele andere. Wissenschaftler streiten sich seit langer Zeit darum, welches Schneidbrett Krankheiten am besten verhindern kann. Viel wichtiger, so betonen Verbraucherschützer und Behörden allerdings, ist die Nutzung verschiedener Bretter für verschiedene Lebensmittel. 

Kreuzkontaminationen beim Schneiden verhindern - 6 riskante Fehler

Das BfR hat klare Richtlinien entwickelt, um Kreuzkontaminationen zu verhindern. 

  • Verwende für rohe und gegarte Lebensmittel niemals die selben Küchenutensilien. 
  • Nutze keinesfalls die selben Bretter für Fleisch/Geflügel und für Obst/Gemüse
  • Schneide erhitzte Speisen niemals auf Brettern, die zuvor für rohe Lebensmittel genutzt und nicht ausreichend gereinigt wurden.
  • Lass deine Hände nach jedem Kontakt mit rohen Lebensmitteln niemals ungewaschen.
  • Nach Ansicht des BfR eignen sich Kunststoffbretter besser für rohe Lebensmittel, da sie in Geschirrspülmaschinen bei Temperaturen über 60 Grad gereinigt werden können. Bei Holzbrettern: Vergiss niemals, diese zu reinigen (siehe unten). 
  • Stark beschädigte Bretter mit tiefen Einschnitten und Furchen solltest du umgehend ersetzen und nicht weiterverwenden.

Die Frage nach dem hygienischsten Schneidbrett-Material hingegen spaltet die Fachwelt. Bereits 1994 kam das Food Safety Laboratory der University of Wisconsin zu einem überraschenden Ergebnis: Holz tötet Bakterien ab und sei "eines der hygienischsten Materialien überhaupt", wie das Bayerische Landwirtschaftsministerium berichtet. Verantwortlich sind demnach natürliche Inhaltsstoffe wie Polyphenole sowie die feuchtigkeitsanziehende Eigenschaft des Holzes. Bakterien wird dadurch die lebensnotwendige Feuchtigkeit entzogen und sie sterben ab.

Holzbretter können gefährlich sein: So solltest du sie reinigen 

Dem widerspricht die Kommission des Bundesinstituts für Risikobewertung, die Kunststoffbretter als hygienischer einstuft, da diese hitzebeständig in der Spülmaschine gereinigt werden können. Das Bayerische Landwirtschaftsministerium empfiehlt zur Reinigung von Holzbrettern: 

  • Reinige das Brett mit heißem Wasser (unter 60 Grad) und Spülmittel
  • Verwende eine saubere Bürste oder einen sauberen Schwamm
  • Spüle gründlich mit klarem Wasser ab
  • Lass das Brett schnell trocknen
  • Öle es regelmäßig mit Leinöl, Kokosöl oder Walnussöl ein und lass es "mindestens ein bis zwei Tage nicht verwenden, damit das Öl trocknen kann"
  • Verwende kein Olivenöl, da es "nicht trocknet und ranzig wird"
  • Tausche Bretter mit vielen Kerben aus oder schleife sie ab

Die Nutzung von Schneidbrettern verschiedener Materialien hat also Vor- und Nachteile. Glasbretter sind laut den Experten vom Verbraucherservice Bayern "in der Spülmaschine gereinigt absolut hygienisch", machen aber "Messer in kürzester Zeit stumpf". Kunststoffbretter aus Polyethylen (PE 500) seien hingegen "besonders stabil, strapazierfähig und lebensmittelecht" und bei 60 Grad spülmaschinengeeignet. Stark zerfurchte Bretter müsse man aber austauschen, da sich "Keime festsetzen und sich bei jedem Schnitt kleine Partikel lösen können, die als Microplastik ins Lebensmittel gelangen". Melaminharzbretter solltest du tatsächlich meiden. Sie enthalten Formaldehyd, "das im Tierversuch toxisch ist", und dürfen "nicht über 70 Grad erhitzt, nicht in der Geschirrspülmaschine gespült werden und nicht mit Säuren in Berührung kommen", so die Verbraucherschützer. 

Anti-Keim-Tipp: Drei Schneidebretter nutzen - für diese Lebensmittel 

Der Verbraucherservice Bayern empfiehlt mindestens drei Schneidebretter:

In Großküchen werden demnach verschiedene Farben zur Keimvermeidung eingesetzt. Und was ist mit bleibendem Geruch? Eine "schnelle, heiße Reinigung unmittelbar nach Gebrauch und vollständiges Trocknen an der Luft verhindert Geruchsbildung am besten", so die Experten. Wähle deshalb am besten Bretter mit Füßen gegen Schimmelbildung und greife zu ausreichend großen Brettern – so geht das Schneiden letztlich auch viel zügiger. Nicht nur beim Schneiden machen viele Hobbyköche riskante Fehler - bereits zuvor können Bakterien durch einen weit verbreiteten Handgriff freie Bahn haben.

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