Rezepte der Kindheit: 60er Jahre
Autor: Fränkische Rezepte
, Montag, 13. Februar 2023
Rezepte der Kindheit: 60er Jahre
Die 60er Jahre waren geprägt vom Kaltem Krieg, der Studentenbewegung und großen technischen Entwicklungen. Doch auch beim Thema Essen hatte das Jahrzehnt einiges zu bieten. Begebt euch zusammen mit uns auf eine kulinarische Zeitreise in die 1960er Jahre und findet heraus, was Jugendliche in Pilzkopf-Frisuren nach Vorbild der Beatles am liebsten am elterlichen Esstisch verspeisten.
Die Trends der 60er Jahre
Modisch waren in den 60er Jahren bunte, weite Röcke, auffällige Muster und knallbunte Farben verbreitet. Man trug bestickte Jeans mit Blumenapplikationen. Ab Mitte der 60er Jahre kam eine neue Jugendbewegung auf: die Hippies. Ihre naturnahe, pazifistische und antibürgerliche Lebenseinstellung drückten sie durch ihre Kleidung aus. Sie waren unkonventionell und individuell. Doch nicht nur Mode entzückte Jugendliche in diesem Jahrzehnt. Auch musikalisch gab es einiges zu bieten. Die Beatles lösten einen regelrechten Hype in der Musikszene aus und Männer ließen sich die berühmte Pilz-Frisur ihrer Vorbilder schneiden.
Und nicht nur in der Musik und Mode gab es neue Trends. Auch kulinarisch hatten die 60er Jahre einiges zu bieten. In dem bunten Jahrzehnt wurde wieder mehr auf eine gesunde Ernährungsweise geachtet und vermehrt Gemüse verzehrt. Um dieses etwas ansprechender zu gestalten, wurde es oft in Aspik, also Gelee das aus Fleisch oder Fisch hergestellt wurde, eingelegt.
Schaschlik – der beliebte Trend
Schaschlik war in den 60er Jahren besonders beliebt und kaum ein Lebensmittel kam daran vorbei, an einem Holzstäbchen aufgespießt zu werden. Besonders als Fingerfood auf Parties war Schaschlik beliebt.
Schaschlik-Spieße
Die leckeren Fleischspieße aus dem Mittelmeerraum wurden schon einige Jahre früher erfunden, fanden aber erst während der 1960er Jahr ihren Weg in deutsche Küchen. Der Begriff „Schaschlik“ kommt aus der Turksprache und bedeutet so viel wie „aufspießbar“. In Deutschland sind die Fleischspieße traditionell aus Schweinefleisch, Speck, Zwiebeln und Paprika.
Die deutsche Küche wird internationaler
Bis in die 1960er Jahre war der Speiseplan stark regional geprägt. Es kam das auf den Tisch, was auch hier angebaut und aufgezogen wurde. Doch als seit 1955 immer mehr italienische Gastarbeiter nach Deutschland kamen um den Arbeitskräftemangel in der Nachkriegszeit auszugleichen, wurde die Küche langsam internationaler.
Denn die italienischen Männer waren das deftige deutsche Essen, das meist aus Kartoffeln, Hülsenfrüchten und viel Fleisch bestand, nicht gewohnt. Da diese aber auf Vollverpflegung angewiesen waren, weil es in ihren Sammelunterkünften oft keine Kochmöglichkeiten gab, kam es zu Beginn zu Problemen. Diese lösten sich, als die Arbeitsmigranten anfingen, Zutaten wie Nudeln, Olivenöl und mediterranes Gemüse aus ihrer Heimat mitzubringen. Als dann die Einzelhandelsketten die angeworbenen Gastarbeiter als wichtigen Wirtschaftsfaktor erkannten und begannen, immer mehr italienische Lebensmitteln in ihren Supermärkten anzubieten, erweiterte sich nicht nur das Essensangebot für die Arbeiter aus dem Ausland, sondern auch für den deutschen Teil der Bevölkerung. Aber auch die gleichzeitig stattfindende Reisewelle mit Italien, Spanien und Griechenland als beliebte Urlaubsziele führten dazu, dass sich die westdeutsche Küche immer weiter öffnete.