Der Weg des Bieres: So entsteht aus nur 4 Zutaten eine enorme Vielfalt
Autor: Fränkische Rezepte
, Freitag, 19. April 2024
In der Welt des Bieres verbergen sich Geschichten von Handwerkskunst, Tradition und Innovation. Vom ersten Schluck bis zur letzten Braupfanne erzählt jeder
In der Welt des Bieres verbergen sich Geschichten von Handwerkskunst, Tradition und Innovation. Vom ersten Schluck bis zur letzten Braupfanne erzählt jeder Tropfen eine einzigartige Geschichte. Wir werden den faszinierenden Weg des Bieres erkunden – von den goldenen Feldern, auf denen die Gerste wächst, bis hin zum Braukessel, in dem die Magie passiert. Bereit die Welt des Bieres zu erkunden?
Vom Kornfeld bis ins Glas
Im Jahr 2022 wurden in Deutschland fast 88 Millionen Hektoliter Bier gebraut, mehr als doppelt so viel wie in Spanien, dem zweitstärksten Bierland der EU. Deutschland, Polen und Belgien sind die Top-3-Bierproduzenten in der EU. In Bayern wird mehr Bier gebraut als in jedem anderen EU-Land, außer Deutschland, dementsprechend ist das Reinheitsgebot dort besonders wichtig. Am Tag des Bieres möchten wir den Prozess von den Zutaten bis zum fertigen Produkt beleuchten und erklären, wie Brauer und Mälzer aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser eine enorme Vielfalt an Bieren kreieren. Landwirte spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Ohne Landwirte kein Bier
Landwirte bauen ein- bis zweimal im Jahr Braugerste an, die speziell für die Bierherstellung geeignet ist. Diese Gerste, ob Winter- oder Sommergerste, zeichnet sich durch Vollkörnigkeit, feine Spelzen und einen hohen Enzymgehalt aus. Qualität wird durch niedrigen Eiweißgehalt, hohe Keimfähigkeit und Mindestgröße der Körner gewährleistet. Nicht den Standards entsprechende Körner werden als Viehfutter genutzt, was für Landwirte unprofitabel ist.
Wasser bringt Leben ins Korn
Nach der Ernte im Sommer wird die Gerste an Mälzerein geliefert, wo sie auf Qualität geprüft, gereinigt und sortiert wird. Danach wird sie eingeweicht und zum Keimen gebracht, um Enzyme für die Stärkeaufspaltung zu bilden. Durch schonende Trocknung bei etwa 80 Grad Celsius entsteht Grünmalz mit einem leicht süßlichen Geschmack. Der dabei entstehende Malzzucker wird später von Hefekulturen zur Alkoholproduktion genutzt.
Hopfen macht die Würze
Hopfen verleiht dem Bier seine charakteristische Würze. Für einen Hektoliter Bier werden 100 bis 400 Gramm Doldenhopfen benötigt. Es gibt Bitter- und Aromahopfen, wobei nur die weiblichen Pflanzen verwendet werden, da sie das wertvolle gelbe Pulver „Lupulin“ enthalten. Hopfen ist eine mehrjährige Pflanze, deren Ernte von August bis September stattfindet. Die Dolden werden bei etwa 60 bis 65 Grad Celsius gedarrt, belüftet, gepresst und verpackt, um ihre Struktur zu erhalten.
In der Brauerei kommt alles zusammen
In der Brauerei beginnt der Brauprozess mit dem Maischen, bei dem Malz mit Waser erhitzt wird, um Stoffe zu lösen. Danach wird Hopfen zur flüssigen Mischung hinzugefügt und gekocht. Nach dem Abkühlen wird Hefe zugegeben, um Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure umzuwandeln. Das „Jungbier“ wird dann bis zu drei Monate in Tanks gelagert, um den Geschmack zu verfeinern, Festzucker abzubauen und Kohlensäure zu binden. Schließlich wird das Bier filtriert und in Flaschen oder Fässer abgefüllt, bevor es in den Getränkemärkten und Gaststätten zum Genuss angeboten wird.
Einzigartige Vielfalt
Auch im Jahr 2024 brauen die deutschen Brauer nach dem Reinheitsgebot ihr Bier. Trotz der Beschränkung auf vier Zutaten, kommt die Vielfalt des deutschen Bieres von der Kreativität und den handwerklichen Fähigkeiten der Brauer. Sie haben Zugang zu einer breiten Palette von Spezialmalzen, die in Kombination mit klassischen Malzen einzigartige Geschmacksprofile erzeugen können. Einige Mälzereien bieten sogar über 100 verschiedene Malzsorten an, was die Vielfalt der Bierspezialitäten weiter erhöht. Zudem spielen regionale Traditionen und lokale Zutaten eine Rolle bei der Vielfalt der Bierstile.