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Österreich: Lokale verlangen bis zu 8 Euro für leere Teller


Autor: Daniel Krüger

Österreich, Samstag, 21. Februar 2026

In Österreich essen gehen - für viele deutsche Touristen gehört das zu den Highlights des Urlaubs. Doch eine neue Gebühr für leere Teller kann den Abend schnell kippen.
In österreichischen Gasthäusern kann es zu unerwarteten Posten auf der Rechnung kommen.


Die Aufregung im Nachbarland Österreich war groß, als Mitte August 2024 am Wörthersee eine Restaurantrechnung für Wirbel sorgte. Acht Euro musste ein Gast für einen sogenannten "Räuberteller" bezahlen - einen leeren Teller zum Teilen einer Vorspeise. Der Fall des Fine-Dining-Restaurants ging viral und löste eine bundesweite Debatte aus, berichtete damals das Falstaff-Magazin. Doch der Kärntner Betrieb steht mit dieser Praxis längst nicht mehr allein da.

Urlauber müssen nämlich aufpassen: Mittlerweile erheben Gastronomen in allen österreichischen Bundesländern Aufpreise für Zusatzgeschirr, wie Heute.at berichtet. In Wien verlangen Wirte zwischen 2,50 und 3 Euro pro leerem Teller, wobei die höheren Beträge vor allem bei Mittagsmenüs in der Inneren Stadt anfallen. In Salzburg liegt die Gebühr bei 1,80 Euro, in einer Linzer Pizzeria werden 2 Euro für das Servieren einer Pizza auf zwei Tellern berechnet.

"Stundenlang bleiben und Vorspeise teilen": Gäste-Verhalten führt zu Preisen für leere Teller

"Es ist einfach eine Unart, die ausgeartet ist", erklärt Ernst Pühringer, Salzburger Spartenobmann für Tourismus und selbst Gastronom, gegenüber Heute.at. Das Problem aus Sicht der Wirte: Gruppen bestellen deutlich weniger Hauptgerichte als Personen am Tisch sitzen und fordern zusätzliche Teller an. "Kurz nach Corona hat sich das so eingebürgert", so Pühringer. Die Gastronomen rechtfertigen die umstrittene Maßnahme mit massivem Kostendruck.

"Das kommt vor allem bei Wirten vor, die eine sehr hohe Pacht haben. Grundsätzlich geht es einfach um Wertschätzung und Anerkennung für die Arbeit", wird Wirtesprecher Thomas Peschta zitiert. Abnoub Shenouda, Betreiber des "Okto Dining" am Wörthersee, verteidigte seine Acht Euro-Gebühr im Sommer 2024 gegenüber dem ORF. "Wenn ein Gast einen Extrateller verlangt, um eine Vorspeise zu teilen, bringen wir zwei Teller und Besteck. Das ist zusätzlicher Aufwand, der in einem kleinen Restaurant mit begrenzten Sitzplätzen ins Gewicht fällt."

Es gebe "Gäste, die stundenlang bleiben, nur ein Wasser bestellen und sich dann eine Vorspeise teilen". Viele Gastronomen zeigen sich jedoch in bestimmten Situationen kulant. "Wenn sich eine Mutter und ihr Kind ein Essen teilen, werde ich nicht extra verrechnen, wenn der Gesamtumsatz passt", versichert Pühringer laut Heute.at. Ob sich dieser Trend in der Bundesrepublik auch verbreitet, ist unklar. Immer mehr Restaurants in Deutschland erheben aber Strafgebühren, wenn Gäste trotz Reservierung nicht erscheinen und nicht rechtzeitig absagen.

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