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Nach Ärger mit Milka: Hersteller macht weitere Kult-Schokolade kleiner


Autor: Strahinja Bućan

Hamburg, Mittwoch, 04. März 2026

Die kleineren Milka-Tafeln haben vergangenes Jahr für einen Aufschrei gesorgt. Der Mutter-Konzern Mondelēz greift nun aber auch bei einem weiteren Kult-Produkt zur "Shrinkflation"-Taktik.


Schon wieder schrumpfen Schoko-Tafeln von Mondelēz: Nach dem Ärger rund um Milka hat der US-Lebensmittelkonzern die Kult-Schokolade Marabou kleiner gemacht. Die Verbraucherzentrale Hamburg kürte das Produkt nun zur "Mogelpackung des Monats" März. Mittlerweile hat beispielsweise Österreich ein radikales Gesetz gegen sogenannte "Shrinkflation" erlassen - vor allem Supermärkte und Drogerien bekommen im Kampf gegen versteckte Preissteigerungen eine zusätzliche Pflicht.

Die Marke Marabou kommt ursprünglich aus Schweden, ist aber bereits seit Anfang der 1980er Jahre in Deutschland erhältlich. Zu kaufen gab es die Tafeln vor allem in den Schweden-Shops von Ikea, bis der Möbelriese die Schokolade vor wenigen Jahren aus dem Sortiment nahm. Grund dafür war, dass Mondelēz sich trotz des Kriegs in der Ukraine nicht aus dem russischen Markt zurückgezogen hatte. Marabou ist in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich - von der klassischen Milchschokolade bis hin zur typisch skandinavischen Variante mit Lakritz.

Wieder "Shrinkflation" bei Mondelēz - Marabou-Schokolade ist "Mogelpackung des Monats"

Laut der Verbraucherzentrale hat Mondelēz die Marabou-Tafeln von 220 Gramm auf 170 Gramm geschrumpft, den Preis aber 4,99 Euro belassen. Für Kundinnen und Kunden ergibt sich dadurch eine versteckte Preissteigerung von rund 30 Prozent. Damit aber nicht genug: Bei Marabou ist es bereits die zweite "Shrinkflation"-Welle innerhalb weniger Jahre. Bis April 2024 war die Tafel nämlich noch 250 Gramm schwer und kostete nur 3,99 Euro. Damit ergibt sich eine Preissteigerung von sage und schreibe 84 Prozent. 

Mondelēz selbst argumentiert der Verbraucherzentrale zufolge mit gestiegenen Kosten für Energie, Verpackung und vor allem Kakao. Zumindest letzteres dürfte jedoch nicht stimmen, wie die Konsumentenschützer aus Hamburg vorrechnen. Denn der Preis für Rohkakao ist im betroffenen Zeitraum um rund 80 Prozent gefallen. "Zwar wirken sich Börsenpreise zeitverzögert im Handel aus, dennoch ist die erneute massive Verteuerung im Hause Mondelez verwunderlich", so die Verbraucherzentrale.

Im Jahr 2025 wählten Verbraucher die "Milka Alpenmilch" zur "Mogelpackung des Jahres", wie die Verbraucherzentrale Hamburg damals berichtete. Grund dafür war eine Änderung der Tafelgröße von 100 auf 90 Gramm bei gleichzeitiger Preissteigerung von 1,49 Euro auf 1,99 Euro – eine versteckte Preiserhöhung von über 48 Prozent. Die Verpackung blieb fast unverändert, was viele Verbraucher täuschte. Mondelez, der Hersteller, wurde aufgrund dessen von der Verbraucherzentrale verklagt. Trotz des Imageschadens konnte Mondelēz seinen Umsatz steigern, da die Produkte teurer wurden. Fünf Produkte standen zu Wahl, bei der Milka den ersten Platz belegte.