Druckartikel: Mittelmeerdiät im Zusammenhang mit einem geringeren Schlaganfallrisiko bei Frauen

Mittelmeerdiät im Zusammenhang mit einem geringeren Schlaganfallrisiko bei Frauen


Autor: Emma Firlus

Deutschland, Montag, 09. März 2026

Mit zunehmendem Alter steigt für Frauen das Schlaganfallrisiko. Eine große Langzeitstudie aus den USA legt nun nahe, dass die Ernährung dabei eine entscheidende Rolle spielen kann.
Die Mittelmeerdiät senkt Schlaganfallrisiko bei Frauen.


Schlaganfälle zählen zu den häufigsten Todesursachen bei Frauen. Nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention erleidet in den USA etwa jede fünfte Frau zwischen 55 und 75 Jahren im Laufe ihres Lebens einen Schlaganfall, in Deutschland liegt die jährliche Inzidenz eines Schlaganfalls laut dem Robert Koch-Institut für Frauen bei 117 pro 100 000 Einwohner. Das Risiko steigt mit dem Alter deutlich an. Forscher berichten nun im Fachjournal Neurology Open Access über neue Ergebnisse zur sogenannten Mittelmeerdiät

Mehr als 100 000 Frauen über zwei Jahrzehnte begleitet

Grundlage der Untersuchung sind Daten aus der California Teachers Study. Mehr als 105 000 Lehrerinnen und Schulmitarbeiterinnen im Alter von 38 bis 67 Jahren nahmen seit Mitte der 1990er-Jahre teil. Zu Beginn machten sie detaillierte Angaben zu ihren Essgewohnheiten. Anhand eines Neun-Punkte-Systems wurde ermittelt, wie stark ihre Ernährung dem mediterranen Muster entsprach.

Typisch für diese Kost sind viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Getreide, Olivenöl, Nüsse und Fisch. Fleisch und Milchprodukte werden nur in geringeren Mengen verzehrt, Alkohol in moderaten Mengen.

Über durchschnittlich 20,5 Jahre beobachteten die Forscher die Teilnehmerinnen. In diesem Zeitraum wurden 4083 Schlaganfälle registriert – 3358 davon waren ischämische Schlaganfälle, die durch verstopfte Gefäße entstehen, 725 hämorrhagische, also durch Hirnblutungen verursachte Ereignisse.

Deutlich geringeres Risiko bei hoher Punktzahl

Das Ergebnis: Frauen mit hoher Mittelmeerdiät-Treue (6 bis 9 Punkte) hatten ein um 18 Prozent geringeres Risiko für einen Schlaganfall insgesamt als Frauen mit niedriger Punktzahl (0 bis 2). Das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall war um 16 Prozent reduziert, für einen hämorrhagischen sogar um 25 Prozent.

Dass sich der Effekt auch bei Hirnblutungen zeigte, werten die Studienautorinnen und -autoren als besonders bemerkenswert.

Für ischämische Schlaganfälle gelten Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Blutfette als zentrale Risikofaktoren – Faktoren, die durch Ernährung beeinflusst werden können. Ein möglicher Zusammenhang mit hämorrhagischen Schlaganfällen war bislang weniger klar.

Bestätigung früherer Forschung

Die Mittelmeerdiät wird seit Jahren mit positiven Effekten auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und kognitive Gesundheit in Verbindung gebracht. Auch frühere große Studien hatten bereits ein geringeres Schlaganfallrisiko bei entsprechender Ernährungsweise gezeigt.

Gleichwohl weisen die Forscher auf Einschränkungen hin: Die Ernährungsangaben wurden nur zu Beginn erhoben. Veränderungen im Laufe der Jahre konnten nicht berücksichtigt werden. Zudem beruhen die Angaben auf Selbstauskünften. Trotzdem fügt sich die Untersuchung in eine wachsende Zahl von Studien ein, die eine überwiegend pflanzenbasierte, fettarme und wenig verarbeitete Ernährung mit einem geringeren Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen verknüpfen.

Gerade für Frauen nach den Wechseljahren könnten die Ergebnisse relevant sein. Das Schlaganfallrisiko steigt in dieser Lebensphase deutlich. Die Daten legen nahe: Wer seine Ernährung anpasst, kann aktiv etwas für die eigene Gefäßgesundheit tun.