Leberkäsbrötchen auf dem Prüfstand: Risiken fürs Herz und die Gesundheit
Autor: Andrea Blatzky
Deutschland, Dienstag, 27. Januar 2026
Ernährungs-Experten warnen: Die beliebte Leberkässemmel birgt gesundheitliche Risiken. Was dahinter steckt und welche Alternativen es gibt.
- Leberkässemmel enthält viel Fett, Salz und versteckte Zusatzstoffe
- Hoher Konsum kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen
- Experten kritisieren das Fleischprodukt als "Nährstofffalle"
Die Leberkässemmel ist ein echter Klassiker – vor allem in Süddeutschland gehört sie zu den beliebtesten Snacks. Doch jetzt schlagen Experten Alarm und warnen sogar vor dem Verzehr. Grund sind die gesundheitlichen Risiken, die mit dem Fleischprodukt und den oft verwendeten Weißbrötchen verbunden sind. Hohe Fett- und Salzgehalte sowie zahlreiche Zusatzstoffe können langfristig schaden. Ernährungswissenschaftler raten deshalb zu gesünderen Alternativen. Wer trotzdem ab und zu zur Leberkässemmel greift, sollte Wert auf Qualität und Zutaten legen.
Wie schädlich ist Leberkäse für die Gesundheit?
In Franken bekannt als "Leberkäsbrötla", in Bayern Leberkäsesemmel, in Süddeutschland – vor allem in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland – Fleischkäseweck. Erhältlich ist sie direkt beim Metzger, an der Heißtheke im Supermarkt oder an der Imbissbude. Schon allein der Duft wirkt bei vielen Menschen appetitanregend. Allerdings gibt es eine ernst zu nehmende Warnung, denn Experten stufen den Snack als gesundheitsgefährdend ein und warnen vor dem Verzehr.
Laut der WHO soll verarbeitetes Fleisch krebserregend sein. In einer Studie ist das Lebensmittel neben Asbest und Tabakrauch nun in der Klasse "Group 1, carcinogenic to humans" zu finden. Zu diesem Ergebnis kommt die WHO nicht aufgrund einer eigenen Analyse, sondern durch den Vergleich von 800 Studien. Die Untersuchung wurde von 22 Fachleuten der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) durchgeführt. Bestandteil waren der Konsum und die gesundheitlichen Folgen durch den Verzehr von rotem Fleisch – egal ob unverarbeitet oder verarbeitet. Rotes Fleisch stammt hauptsächlich vom Schwein, Rind, Kalb oder Lamm. Unter verarbeitetem Fleisch verstehen die Experten die Zubereitung und Haltbarmachung durch Erhitzen oder Räuchern. Auch durch Fermentierung ist Fleisch lange genießbar. Neben Leberkäse zählen dazu weitere Produkte wie:
- Wurst, Schinken
- Salami
- Bockwürste, Wiener
- Corned Beef
- getrocknetes Fleisch (Beef Jerky)
- fleischhaltige Fertiggerichte
Wie bewerten Experten verarbeitetes Fleisch?
Obwohl die unterschiedlichen Stoffe in der gleichen Gruppe zu finden sind, ist die Gefahr einer Krebserkrankung zwischen verarbeitetem Fleisch und den anderen Dingen nicht vergleichbar. Die Einstufung bezieht sich darauf, dass eine krebserregende Wirkung überhaupt vorliegt (Gefahrenkennzeichnung), aber nicht, in welcher Höhe (Risikokennzeichnung). Laut der WHO sterben jährlich etwa 34.000 Krebskranke, deren gesundheitliche Folgen auf den Verzehr von verarbeiteten Wurst- und Fleischwaren zurückzuführen sind. Im Vergleich dazu sterben durch Alkohol jährlich etwa 600.000 Menschen, durch verschmutzte Luft ungefähr 200.000 und durch Tabakkonsum sind ca. 1 Million Tote zu beklagen. Folglich sterben mehr Menschen durch sonstige Einflüsse als durch verarbeitete Fleischprodukte.
Die Studie lässt dennoch aufhorchen, denn der regelmäßige Genuss von Wurst oder stark verarbeiteten Fleischprodukten soll für die Bildung von Darmkrebs verantwortlich sein. Mit der Häufigkeit und der Menge steigt auch das Risiko. Laut Ausführungen der WHO erhöht sich die Gefahr bei einem täglichen Verzehr von 50 Gramm rotem und verarbeitetem Fleisch um 18 %. Im unverarbeiteten Zustand liegt die Referenzmenge bei 100 Gramm und das Risiko bei 17 %. Allerdings sind diese Werte relativ und nicht repräsentativ, denn für die Darmerkrankung spielen auch Erbfaktoren oder Vorerkrankungen eine wesentliche Rolle. Zudem sind die Berichte der WHO allgemein gehalten. Läge das Risiko für eine Person bei 1 %, käme man bei einer Steigerung um 18 % auf einen Wert von 1,18 %, und dieses Ergebnis ist weit weniger dramatisch.