Honig gesünder als Zucker? Verbraucherzentrale kippt süßen Mythos
Autor: Strahinja Bućan
München, Mittwoch, 22. April 2026
Süß sind beide - doch oft gilt Honig als deutlich gesünder als Zucker. Die Verbraucherzentrale Bayern hat diesen Mythos unter die Lupe genommen - und kommt zu einem klaren Ergebnis.
Ob morgens im Müsli, im Tee oder als beliebte Backzutat: Viele Deutsche schwören auf Honig. Dabei denken viele, dass das Bienenprodukt gesünder ist als herkömmlicher Zucker. Doch stimmt das wirklich? Die Verbraucherzentrale Bayern warnt nun: Man sollte den Honig nicht überschätzen. Und für manche kann er sogar gefährlich werden.
Die Verbraucherzentrale macht klar: Honig besteht zu 80 Prozent aus den Einfachzuckern Glucose und Fructose. Dazu ist er mit 300 Kilokalorien auf 100 Gramm ein sehr kalorienreicher Energielieferant. "Regelmäßig hoher Verzehr kann, wie auch bei anderen zuckerhaltigen Lebensmitteln, zu Übergewicht führen und das Risiko für bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 erhöhen", warnen deshalb die Verbraucherschützer. Übrigens solltest du eine Sache mit deinen Honiggläsern niemals machen.
Honig als Zuckerbombe? Verbraucherzentrale klärt auf
Tatsächlich enthält Honig in Form von Flavonoiden auch Vitamine, Antioxidantien und Mineralstoffe. Ob das den Honig aber wirklich gesünder als normalen Zucker macht, ist fraglich. "Die Mengen sind allerdings so gering, dass sie kaum einen nennenswerten Beitrag zur Versorgung leisten", so das Urteil der Verbraucherzentrale. Beispielsweise weist die AOK auf eine antibakterielle Wirkung von Honig hin, aber: "Honigsorten, die von verschiedenen Blütenpflanzen stammen, unterscheiden sich erheblich in ihrer Zusammensetzung und daher auch in ihrer Fähigkeit, Bakterien abzutöten", so die Krankenkasse auf ihrer Webseite.
Vor allem Eltern sollten generell bei Honig vorsichtig sein. Denn dieser ist nicht für Babys unter 12 Monaten geeignet. "Honig kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten. Die Darmflora ist in diesem Alter noch nicht stabil genug, um die Besiedelung der Keime sicher zu verhindern", klärt die Verbraucherzentrale auf. Sollte sich das Bakterium im Körper des Kindes ansiedeln, kann er muskellähmende Giftstoffe bilden und es droht Lebensgefahr. Deshalb sollten auch immungeschwächte Erwachsene vorsichtig sein.
Keine zusätzliche Gefahr geht übrigens von gestrecktem Honig aus - also Honig, der illegalerweise mit Zuckersirup versetzt wurde. Vor allem bei importierten Honigen wird diese Praktik angewendet, um Kosten zu sparen - in Deutschland und der EU ist das aber verboten. Der Schaden für das Kundenvertrauen ist immens, denn mit bloßem Auge kann man gestreckten Honig nicht von reinem Honig unterscheiden.