Fischstäbchen im Test: Nur zwei bekannte Produkte können überzeugen
Autor: Klaus Heimann
Deutschland, Freitag, 06. März 2026
Fischstäbchen sind beliebt. Die Stiftung Warentest hat 19 von ihnen genauer unter die Lupe genommen. Öko-Test hat bei den veganen Produkten aus Weizen, Soja, Reis oder Gemüse genau hingeschaut. Schadstoffe sind offenbar ein Problem.
Ein- bis zweimal Fisch in der Woche – das ist für eine gesunde Ernährung optimal. Gerade Kinder mögen Fisch oft nur, wenn er ohne Gräten und mit knuspriger Panade ummantelt ist. Deshalb sind Fischstäbchen beliebt.
Ob vegan oder mit echtem Fisch: Stiftung Warentest und Öko-Test schickten Proben ins Labor.
Legenden bei den Fischstäbchen
Kennst du den pazifischen Pollack? Nein, dann aber vielleicht den Alaska-Seelachs. Auch nicht. Fischstäbchen haben die meisten aber schon einmal gegessen. Der verarbeitete Fisch ist pazifischer Pollack oder Alaska-Seelachs. Etwa 40 Prozent des Alaska-Seelachs stammen aus der Region Alaska oder der östlichen Beringsee. Der Rest wird aus Russland beziehungsweise der westlichen Beringsee importiert.
Viele vermuten, dass in Fischstäbchen minderwertiger Fisch oder gar Fischabfälle verarbeitet sind. Das ist aber nicht richtig. In Fischstäbchen landen gute Filets von fangfrischen Fischen. Diese werden an Bord der großen Schiffe gleich entnommen und filetiert. "Das Filet wird zu großen Blöcken tiefgefroren, auch alles an Bord. Und diese Blöcke tiefgefrorener Fischfilets kommen dann zu uns nach Bremerhaven in die Fabrik", berichtet Ute Sievert von Iglo in Hamburg dem Deutschlandfunk.
Es gibt noch eine weitverbreitete Legende, zumindest bei kleinen Kindern. Sie glauben nämlich, dass es Fische im Stäbchenformat gibt. Drei von zehn Kindern in Deutschland glauben an die Existenz von "Fischstäbchenfischen", in der Altersgruppe bis einschließlich sechs Jahren sind es sogar 45,7 Prozent. Das ist das Ergebnis einer von Sea Life Deutschland in Auftrag gegebenen Studie des Marktforschungsinstituts mafo.de, das hierfür 1000 Mütter und deren Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren zu ihren Kenntnissen über die Unterwasserwelt befragte.
Stiftung Warentest: Das ist hier der Fischstäbchen-Testsieger
Das Labor der Stiftung Warentest hat Fischstäbchen genauer analysiert. Es konnten nur zwei der beliebten Stäbchen überzeugen. Sie erhielten das Qualitätsurteil "gut". Viele andere sind mit Schadstoffen belastet. Zwar geht von keinem Produkt eine akute Gefahr aus, neun Produkte bewertet die Test-Crew aber nur mit "ausreichend". Zentraler Kritikpunkt: Der Report warnt vor schadstoffbelasteten Fischstäbchen. Das Labor fand 3-Monochlorpropadiol (kurz 3-MCPD) und gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (kurz Mosh). Die Wirkungen beider Stoffe sind abschließend nicht geklärt. 3-MCPD steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Die gesundheitlichen Langzeitfolgen von Mosh sind noch unklar.
Die Stiftung Warentest (Ausgabe 3/2024) kürt als Testsieger von insgesamt 19 getesteten Produkten die Stäbchen von Frosta (65 Prozent Anteil an Alaska-Seelachs) mit der Note "gut" (2,4) wie die Firma Frosta auf der Packung verkündet. Der Preis liegt bei 9,31 Euro für das Kilo. Der Fisch hat das MSC-Siegel.