Brotbackmischungen bei Öko-Test: Sieben Produkte fallen durch
Autor: Melissa Hanisch
Deutschland, Sonntag, 08. Februar 2026
Brotbackmischungen sparen Zeit, enthalten aber oft Problemstoffe wie Mineralölrückstände. Achte deshalb beim Kauf auf kurze Zutatenlisten.
- Backmischungen bedenklicher als gedacht
- Nur 2 von 22 Backmischungen "sehr gut"
- Bio ist nicht gleich unbedenklich
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Brotbackmischungen sind in Deutschland praktisch und beliebt. Öko-Test zeigt aber, dass viele Fertigmischungen Problemstoffe wie Schimmelpilzgifte, Pestizide, Mineralölbestandteile und Zusatzstoffe enthalten, während nur wenige Produkte wirklich unbedenklich abschneiden. Wer Brot selbst backen möchte, kann mit einfachen Rezepten und möglichst naturbelassenen Zutaten viele dieser Risiken umgehen.
Welche Problemstoffe stecken in Brotbackmischungen?
Brotbackmischungen gelten als bequeme Lösung: Mehl, Hefe, Saaten und Gewürze sind fertig gemischt, oft muss nur Wasser dazugegeben werden. Eigentlich ideal für alle, die ohne großen Aufwand frisches Brot wie vom Bäcker wollen – zumindest in der Theorie.
Öko-Test hat 22 Brotbackmischungen im Labor unter anderem auf Schimmelpilzgifte, Schwermetalle, Pestizide, Mineralölbestandteile und Acrylamid analysieren lassen und eine ganze Reihe an Problemstoffen gefunden. Sieben Produkte fielen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch, weitere sieben erhielten nur "befriedigend" oder "ausreichend". Nur zwei Mischungen schnitten insgesamt "sehr gut" ab.
Besonders auffällig waren Schimmelpilzgifte (Mykotoxine), die bei einzelnen Produkten stark erhöht waren und zu einem schlechten Gesamturteil führten. Außerdem wurden ein Schwermetall (Cadmium), Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH/MOAH), verschiedene Pestizidrückstände und teils erhöhte Acrylamid-Gehalte festgestellt – alles Stoffe, die in einem Produkt wie Brot eigentlich nichts zu suchen haben.
Warum sind Mineralölrückstände und andere Stoffe gefährlich?
Mineralölbestandteile wie MOSH (gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe) können sich im Körperfett, in der Leber, Milz und den Lymphknoten anreichern. Die langfristigen Folgen sind noch nicht vollständig geklärt. Fachbehörden stufen eine dauerhafte Aufnahme aber als unerwünscht ein. Aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) enthalten zudem Verbindungen, von denen einige als potenziell krebserregend gelten, weshalb hier bereits Spuren kritisch bewertet werden.
Cadmium, das teilweise in den Mischungen gefunden wurde, kann sich im Körper anreichern, die Nieren schädigen und steht auf der Liste krebserregender Stoffe der Internationalen Agentur für Krebsforschung.