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Gartenarbeit im Herbst: So erkennst du den Bodentyp deines Gartens

Im Herbst gibt es im Garten nochmal viel zu tun. Beim Bepflanzen fürs nächste Jahr spielt vor allem der Bodentyp eine große Rolle. Mit einfachen Tricks kannst du ihn bestimmen. Wir verraten dir, wie das geht.
 
Gartenarbeiten im Oktober
Gartenarbeit ist im Oktober besonders wichtig: Laub sammeln, Herbstdünger auftragen und viele weitere Arbeiten solltest du jetzt erledigen. Foto: Jonathan Kemper/unsplash.com (Symbolbild)
  • Gartenarbeit im Herbst: Bodentyp bestimmen und erkennen
  • Deshalb ist er so wichtig: Die Bedeutung der Bodentypen
  • Du kannst den Bodentyp auch verbessern
  • Hier erfährst du, welche Pflanzen zu deinem Garten passen

Im Herbst müssen Gartenbesitzer nochmal richtig ran: Blumenzwiebeln werden im Oktober für den kommenden Frühling gesetzt, Rosen und Obstgehölze werden gepflanzt, das Laub wird entfernt, es wird gemulcht und die letzte Ernte eingeholt. Vor allem bei den Pflanzarbeiten ist es gut, den Bodentyp deines Gartens zu bestimmen und kennenzulernen. Denn nicht jede Pflanze kommt mit jedem Bodentyp klar. Wenn du also willst, dass dein Garten im kommenden Frühjahr in voller Pracht erblüht, solltest du wissen, wie du den Bodentyp deines Gartens bestimmen kannst. Nur dann kannst du eine perfekte Auswahl an Pflanzen für deinen Garten treffen. Wie du deinen Boden mit einfachen Tricks bestimmen kannst, erklären wir dir im Folgenden.

Gartenarbeit im Herbst: Die unterschiedlichen Bodentypen erkennen und bestimmen

In der Regel wird der Boden des Gartens in drei Kategorien unterschieden:

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  • Sandböden, also "leichte Böden",
  • Lehm-/Sandböden, diese Mischung entspricht "mittelschweren Böden" und
  • Lehmböden, oder "schwere Böden"

Welcher Bodentyp vorliegt, kannst du mit der sogenannten Fühlprobe rausfinden.

Handelt es sich um einen sandigen Boden, ist der Boden locker und gut durchlüftet. Dieser Boden ist der ideale Gartenboden, den die meisten Pflanzen bevorzugen. Den Sandboden erkennt man daran, dass er beim Zusammendrücken in der Hand zerbröselt und auseinanderbricht. Es ist ein lockerer, leichter Boden, der in der Regel aus einer Mischung aus Sand, Lehm, Ton und Humus besteht. Er speichert Wasser und Nährstoffe, erwärmt sich schnell und lässt sich leicht bearbeiten. Ist der Boden jedoch zu sandig, kann Lehm oder Tonmineralmehl eingearbeitet werden*

Die Fühlprobe: So bestimmst du deinen Bodentyp im Garten

Lehm-/Sandböden haben den Nachteil, dass die Bodenstruktur schon deutlich dichter ist, als bei einem sandigen Boden. Drückt man hier die Erde zu einer Kugel zusammen, bröselt sie meist nicht mehr auseinander. Diese Beschaffenheit des Erdreiches bedeutet für den Boden, dass leicht Staunässe entstehen kann. Das wiederum ist schädlich für die Wurzeln der Pflanzen, die dadurch krank und faulig werden können. Zudem gelangt durch die Dichte nur wenig Sauerstoff in den Boden und er erwärmt sich im Frühjahr deutlich langsamer. Das hat zur Folge, dass das Pflanzenwachstum später einsetzt. Hier empfiehlt es sich, den Boden regelmäßig aufzulockern, umzugraben und Sand in das Erdreich mit einzuarbeiten. Zum Umgraben eignet sich eine sogenannte Erd- oder Gartenkralle besonders gut*.

Hat man einen schweren Lehmboden im Garten, erkennt man diesen eindeutig an der Beschaffenheit des Erdreiches. Formt man hier eine Kugel aus dem Bodengrund, ist diese fest, klumpig, deutlich schwerer als sandiger Boden und klebrig. Möchte man nicht nur ein paar Pflanzenspezialisten im Garten einsetzen, die mit diesem Bodentyp gut zurechtkommen, empfiehlt es sich, den Boden zu bearbeiten. Hier ist es ratsam - aufgrund der Schwere des Bodens - auf motorisierte Gartengeräte zurückzugreifen. Beispielsweise können ein Grubber oder Kultivator genutzt* werden.

Möchtest du dir die Geräte nicht selbst kaufen, kannst du bei Gartenbauvereinen anfragen, ob du diese ausleihen kannst. Im Idealfall sollte dann die oberste Bodenschicht komplett abgetragen werden. Wird organisches Material, wie reifer Kompost und Schreddergut eingearbeitet, wertet es den Boden deutlich auf. Zusätzlich optimiert werden kann der Lehmboden, indem man groben Sand oder feinen Kies mit einarbeitet.

Die Schlämmprobe: Wie du deinen Bodentyp noch bestimmen kannst

Neben der Fühlprobe gibt es noch die Schlämmprobe, um deinen Bodentypen zu bestimmen. Hier wird mit einem Schraubglas,  Wasser und der Erde deines Gartens gearbeitet. Ein Drittel des Schraubglases wird dabei mit der Erde des Gartens befüllt.

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Hinzu kommt Wasser bis knapp unter den Deckelrand. Das Glas wird im Anschluss gut verschraubt und mehrere Minuten lang geschüttelt. Danach stellst du das Glas ab und kannst den Inhalt gut beobachten.

Zuerst sinken die kleinen Steinchen auf den Boden des Glases, danach der Sand. Feine Schwebteilchen brauchen mehrere Stunden, bis sie sich absetzen. Anhand der Korngrößenzusammensetzung des Bodens kannst du den Bodentyp deines Gartens erkennen und bestimmen.

Die unterschiedlichen Bodentypen richtig nutzen

Um den Traum vom üppig blühenden Garten wahr werden zu lassen, ist es sinnvoll, passende Pflanzen auszuwählen, die in dem Bodentyp deines Gartens richtig gut wachsen und gedeihen können. Optimale Pflanzen für einen sandigen Boden sind beispielsweise:

  • Ardoines Geißklee (Cytisus ardoini)
  • Besenheide (Calluna vulgaris ‚Kinlochruel‘)
  • Blaue Katzenminze (Nepeta x faassenii)
  • Borstige Robinie (Robinia hispida)
  • Buntlaubiges Fettblatt (Sedum kamtschaticum ‚Variegatum‘)
  • Chinesische Bleiwurz (Ceratostigma willmottianum)
  • Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum)
  • Kronen-Lichtnelke (Silene coronaria)
  • Kurzstängelige Nelke (Dianthus subacaulis)
  • Lavendel (Lavandula pedunculata subsp. Pedunculata)
  • Lichtnelke (Lychnis x arkwrightii ‚Vesuvius‘)
  • Lupine (Lupinus ‚The Chatelaine‘)
  • Mädchenauge (Coreopsis verticillata)

Solltest du noch mehr Inspirationen für deinen Garten brauchen, findest du hier eine weitere Liste an geeigneten Pflanzen für einen sandigen Boden.

Bei einem mittelschweren oder schweren Bodentyp können nur Pflanzen eingesetzt werden, die mit den typischen Eigenschaften und dem hohen pH-Wert des Bodens klarkommen. Der pH-Wert kann dabei neutral bis alkalisch sein und sollte vor der Bepflanzung nochmals genauer geprüft werden, zum Beispiel mit passenden Test-Sets*. Passende Pflanzen für einen mittelschweren Ton- / Lehmboden sind zum Beispiel:

  • Hohe Flammenblume (Phlox paniculata)
  • Sonnenbraut (Helenium)
  • Sonnenauge (Heliopsis helianthoides)
  • Raublatt-Aster (Aster novae-angliae)
  • Bergenien (Bergenia)
  • Chinesische Wiesenraute (Thalictrum delavayi)
  • Kerzen-Knöterich (Polygonum amplexicaule)
  • Herbst-Eisenhut (Aconitum carmichaelii)
  • Taglilie (Hemerocallis ‚Stella de Oro‘)
  • Tibetische Traubenspiere (Neillia thibetica)
  • Tulpen-Magnolie (Magnolia × soulangeana)
  • Verwachsenblättrige Becherpflanze (Silphium perfoliatum)
  • Wachsglocke (Kirengeshoma palmata)
  • Wald-Geißbart (Aruncus dioicus)
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