Naturbalkon: Artenvielfalt durch Wild- und Nutzpflanzen erhöhen
Autor: Sigrun Hannemann
Deutschland, Samstag, 06. Mai 2023
Einen Balkon mit Sommerblumen zu bepflanzen, gelingt ganz unkompliziert den ganzen Sommer lang, denn das Angebot in den Gärtnereien ist riesig. Schwieriger wird es erst, wenn man mehrjährige, heimische Wildblumen pflanzen. Da das Angebot an solchen Pflanzen nur in ausgewählten Spezialgärtnereien verfügbar ist, zieht man sie besten selber aus Saatgut oder kauft Pflanzen in ausgewählten Wildpflanzengärtnereien.
- Regionale Blumen sorgen für Artenvielfalt
- Auch Gemüsepflanzen locken Insekten an
- Wildblumen leben mehrere Jahre
Einjährige Sommerblumen für den Balkon haben oft fremdländischen Hintergrund und kommen aus fernen Ländern wie Mexiko oder Nordamerika. Damit sie die Balkonsaison unbeschadet überstehen, benötigen sie viel Pflege, Gieß- und Düngeaufwand, um auch am Ende des Sommers noch viele Blüten zu zeigen. An den immer noch häufig gekauften Geranien und Petunien finden sich leider selten Insekten ein. Mit etwas Glück besucht vielleicht das Taubenschwänzchen diese exotischen Blüten.
Mehr Artenvielfalt schaffen
Ganz anders sieht das mit den heimischen Wildblumen aus. Natürlich sind sie längst nicht so üppig im Wachstum und manchmal muss man ganz genau hinschauen, um die winzigen Blüten zu entdecken. Dafür wird sich nach kurzer Zeit Leben auf dem Wildblumenbalkon einfinden. Tiere lassen sich pflanzen.
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Jede Insektenart benötigt bestimmte Blüten zur Bestäubung und manche Blütenstände werden bei der Samenreife bevorzugt von Vögeln aufgepickt. Schmetterlinge bevorzugen wiederum röhrenförmige Blütenkelche mit Nektar, die speziell für den langen Rüssel geeignet sind. Es lohnt sich, den Balkon zum Naturstandort werden zu lassen, die Artenvielfalt wieder zu erhöhen und der Natur ein bisschen von dem zurückzugeben, was wir in der Stadt längst durch die Versiegelung der Flächen verloren haben.
Der Balkon bietet die Chance, durch die Pflanzung heimischer Wildstauden, anstelle einer monotonen Bepflanzung mit nur wenigen exotischen Sommerblühern, die heimische Fauna und Flora zu bereichern. Es gibt inzwischen viele Beispiele für solche naturnah gestalteten Wildblumenbalkons in der Stadt. Auch die Literatur über die Gestaltung naturnaher Balkone wird zunehmend mehr. Neben der Bepflanzung können Tiere durch sinnvoll gestaltete Insektenhotels, ganzjährige Vogelfütterung oder die Auswahl geeigneter Pflanzen unterstützt werden. Gibt es Eichhörnchen in der Nähe, freuen sie sich über ein Angebot an Hasel- oder Walnüssen. Amseln nisten manchmal sehr gerne in freien Flächen von Blumenkästen. Auch das ist eine Chance für mehr Natur auf dem Balkon.
Vielfalt durch Gemüsepflanzen
Es müssen nicht immer nur Blumen sein, die den Balkon verschönern. Auch Tomaten, Erbsen, Bohnen oder Gurken tragen mit vielen Blüten zur Artenvielfalt bei. Kinder freuen sich über einen Naschbalkon mit verschiedenem Obst, wie Erdbeeren, Heidelbeeren oder Johannisbeeren. Kräuter sind besonders beliebt bei der Insektenwelt.
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Oregano und Lavendel wirkt besonders magisch anziehend auf Schmetterlinge. Alle blühenden Kräuter bieten ein reich gedecktes Buffet für Wildbienen und Co. Vergessenes Gemüse, wie Möhren, Petersilie oder Schnittlauch muss man nicht entsorgen, denn die Blüten locken, manchmal auch erst im zweiten Jahr, viele Insekten an. Besonders beliebt sind Kräuter aus der Familie der Doldenblütler wie Dill, Fenchel und Kümmel.