Die 3 bekanntesten Erziehungsstile
Autor: Evelyn Isaak
Deutschland, Montag, 09. Mai 2022
Es gibt eine Reihe an verschiedenen Erziehungsstilen, nach denen du dein Kind erziehen kannst. Kurt Lewin, ein Psychologe, unterschied dabei zwischen drei grundlegenden Stilen.
- Der autoritäre Erziehungsstil
- Der demokratische Erziehungsstil
- Der Laissez-faire-Erziehungsstil
- Wissenswertes
Spätestens bei der Geburt des eigenen Kindes kommt die Frage auf: Wie erziehe ich mein Kind? Dieser Frage widmete sich auch der Psychologe Kurt Lewin und erarbeitete einen Rahmen mit drei verschiedenen Erziehungsstilen.
Der autoritäre Erziehungsstil
Grundsätzlich unterschied Kurt Lewin zwischen drei Erziehungsstilen: dem autoritären, dem demokratischen und dem Laissez–faire-Erziehungsstil. Bei dem autoritären Erziehungsstil handelt es sich um einen Stil, bei dem der Erzieher oder die Erzieherin die Autoritätsperson ist. "Autoritär" bedeutet dabei so viel wie "herrisch" und "befehlerisch". Sie hat das Sagen über das Kind, erteilt Befehle und bestimmt, was das Kind zu tun und zu lassen hat. Dabei handelt der Erzieher oder die Erzieherin nicht persönlich, sondern eher distanziert.
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Jeder Erziehungsstil wirkt sich auch auf das Verhalten des Kindes aus. Durch die Autorität des Erziehers oder der Erzieherin ist das Kind in seiner Handlungsfreiheit und seiner Kreativität stark eingeschränkt. Oftmals orientieren sich Kinder nur an dem, was Erzieher*innen ihnen sagen und tun nichts spontan oder aus Eigeninitiative. Es kann zudem passieren, dass Kinder, die unter einem solchen Erziehungsstil aufwachsen, sich aggressiver verhalten und die eigene Person als positiver hervor stellen, indem sie bewusst auf die Schwächen von anderen Kindern aufmerksam machen. Dennoch kann sich der Stil auch positive Auswirkungen haben: Die Kinder lernen, sich diszipliniert zu verhalten, können sich unter Umständen besser in der Arbeitswelt einfinden und bekommen zudem klare Werte und Regeln übermittelt.
Ein Beispiel für ein Verhalten nach diesem Stil: Dem Kind schmeckt das Essen, das gekocht wurde, nicht. Folglich möchte es nicht weiteressen. Der Vater sagt: "Wenn du nicht aufisst, gehst du morgen hungrig ins Bett."
Der demokratische Erziehungsstil
Der sogenannte demokratische Erziehungsstil steht im direkten Kontrast zu dem autoritären Stil; häufig wird er deshalb auch als "antiautoritär" bezeichnet. Hier ist der Erzieher oder die Erzieherin nicht die bestimmende Person, sondern bezieht das Kind in alle Entscheidungen mit ein. Das Ziel ist also ein gemeinsames Miteinander. Dabei wird offen mit dem Kind über zukünftige Aufgaben und Tätigkeiten geredet; außerdem wird darüber gesprochen, welche Ziele man mit den Handlungen verfolgt. Die Kinder werden dazu ermutigt, eigene Entscheidungen zu treffen und neue Lösungsmöglichkeiten zu finden. Die Erziehenden begründen ihre Handlungen und Aussagen, loben sachlich und kritisieren dabei auch. Inwieweit das Kind tatsächlich bei Entscheidungen mitbestimmen kann, wird auch von dem individuellen Alter des Kindes abhängig gemacht.
Wie alle Erziehungsstile wirkt sich auch dieser auf das künftige Verhalten der Kinder aus. Oftmals sind Kinder, die demokratisch erzogen werden, sehr kreativ und können sich konstruktiv zu Sachverhalten äußern. Zudem sind sie in der Lage, Probleme selbst zu lösen und eigenverantwortlich zu handeln. Oftmals ist auch ein hohes Selbstwertgefühl sowie ein hohes Selbstvertrauen bei den Kindern zu beobachten, die demokratisch erzogen wurden. Problematisch könnte hier werden, dass Kinder gerne alles ausdiskutieren wollen und dies oft sehr viel Geduld und Zeit von den Eltern fordert. Zudem kann es sein, dass Kinder nicht bereit sind, Regeln oder Grenzen im Alltag zu akzeptieren.