Wie sich Kinder durch Muttermilch genetisch verändern können: Das steckt dahinter
Autor: Evelyn Isaak
Deutschland, Donnerstag, 31. August 2023
Muttermilch beeinflusst die genetische Entwicklung bei Kindern. Welche Vorteile das Stillen hierbei bietet, sowie weitere spannende Erkenntnisse zur epigenetischen Bedeutung der Muttermilch, erfährst du hier.
- Was steckt hinter Epigenetik?
- Die Rolle der Vererbung in der genetischen Prägung
- Wissenschaftlich belegte Vorteile des Stillens
- Praktische Tipps zum Stillen und zur Förderung einer gesunden Entwicklung
- Fazit: So kann Muttermilch die epigenetische Prägung des Kindes nach der Geburt positiv beeinflussen
Bereits vor der Geburt machen sich Mütter und Väter in der Regel viele Gedanken um die Gesundheit ihres Schützlings. Wie kannst du dein Baby am besten unterstützen? Eine Rolle spielt die sogenannte Epigenetik. Hier kannst du nachlesen, was genau sich hinter dem Begriff verbirgt, was Muttermilch damit zu tun hat und erhältst praktische Tipps.
Was steckt hinter Epigenetik?
Dein Körper besteht aus mehr als 250 verschiedenen Zelltypen. Alle diese Zelltypen besitzen dasselbe Genom. Das Genom wird auch Erbgut genannt und beinhaltet alle in einer Zelle vorhandenen Erbinformationen. Zellen mit demselben Genom können allerdings dennoch verschiedene Aufgaben übernehmen. So erfüllt beispielsweise die Muskelzelle andere Aufgaben als die Leberzelle. Eine Erklärung dafür, dass dies funktioniert, ist die Epigenetik.
Video:
Sogenannte epigenetische Modifikationen beschreiben reversible, also umkehrbare, chemische Veränderungen der DNA oder der Histone. Unter Histonen versteht man die Proteine, die die DNA verpacken. Diese Veränderungen sorgen dafür, dass bestimmte Proteine, die die Genexpression vermitteln, entweder angezogen oder abgestoßen werden. Die Genexpression beschreibt also den Vorgang, bei dem eine genetische Information umgesetzt und für die Zelle nutzbar gemacht wird. Die epigenetischen Modifikationen können verschiedene Zelltypen definieren und die Genexpression beeinflussen.
Um eine Modifikation an der DNA oder den Histonen zu bedingen, ist immer ein Enzym notwendig. Das zur epigenetischen Modifikation gehörende Enzym nennt man "writer". Weitere Enzyme können die Modifikationen entfernen, diese nennt man "eraser". Eine dritte Gruppe an Enzymen, die "reader", liest die Modifikationen. Dass epigenetische Modifikationen streng reguliert sind, aber auch immer wieder verändert werden können, liegt an diesen drei Enzymklassen.
Die Rolle der Vererbung in der genetischen Prägung
Im Laufe deines Lebens können sich die epigenetischen Modifikationen also immer wieder verändern. So nehmen unter anderem dein Lebensstil, Stress, Krankheiten und deine Ernährung Einfluss auf das epigenetische Programm der Zellen. Mit der fötalen Genexpression beginnt die frühe Entwicklung des Körpers und seiner Organe.
2.1 Übertragung epigenetischer Informationen