Strom aus fahrenden Zügen: Diese Technik nutzt die Vibrationen der Gleise
Autor: Emma Firlus
Deutschland, Mittwoch, 14. Oktober 2026
Ein US-Unternehmen will die Bewegungen vorbeifahrender Züge zur Stromerzeugung nutzen. Ein elektrohydraulisches System soll dafür die Kräfte im Gleis aufnehmen und in elektrische Energie umwandeln.
Schwere Züge setzen bei jeder Fahrt enorme Kräfte auf die Gleise frei. Ein US-Unternehmen will einen Teil dieser mechanischen Energie künftig auffangen und in elektrischen Strom umwandeln. Dafür entwickelt Regen Tracks ein elektrohydraulisches System, das die Bewegungen und Belastungen der Bahnstrecke nutzt.
So soll Strom aus den Gleisen entstehen
Wenn schwere Eisenbahnwagen über eine Strecke fahren, wirken dabei wiederholt hohe Kräfte auf die Schienen und den Unterbau. Das von dem jungen Start-up Regen Tracks entwickelte System soll diese Bewegungen und Vibrationen aufnehmen. Die dabei entstehende mechanische Energie wird anschließend über einen elektrohydraulischen Mechanismus in elektrische Energie umgewandelt.
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Nach Angaben des Unternehmens für regenerative Schienenenergietechnik gibt es bereits einen funktionsfähigen Prototypen. Dieser soll zeigen, dass sich die wiederkehrenden Belastungen durch vorbeifahrende Züge technisch erfassen und in elektrische Leistung umsetzen lassen. Konkrete Angaben dazu, wie viel Strom dabei erzeugt werden kann, macht Regen Tracks bislang allerdings nicht.
Die Technik unterscheidet sich damit von klassischen Systemen zur Rückgewinnung von Bremsenergie. Diese nutzen die Bewegungsenergie eines Zuges vor allem während des Abbremsens. Regen Tracks will dagegen die Kräfte nutzen, die während der normalen Fahrt immer wieder auf die Infrastruktur wirken.
Bahnstrecken könnten zu kleinen Kraftwerken werden
Das US-Unternehmen denkt dabei nicht nur an einzelne Züge. Vor allem stark frequentierte Güterbahnstrecken könnten interessant sein, weil dort regelmäßig schwere Lasten bewegt werden. Regen Tracks untersucht deshalb Möglichkeiten, die Technologie entlang von Verkehrswegen einzusetzen und die gewonnene Energie in der Nähe der Bahnstrecke verfügbar zu machen.
Als mögliche Anwendungen nennt das Unternehmen unter anderem die Versorgung von Bahninfrastruktur, Energiespeichern und ein lokales Energiemanagement. Auch eine Unterstützung des Stromnetzes wird als mögliche Perspektive genannt. Dabei handelt es sich um geplante beziehungsweise untersuchte Einsatzmöglichkeiten, nicht um bereits nachgewiesene Anwendungen.
Ferner soll die Technologie grundsätzlich auch für andere Fahrzeuge und Verkehrssysteme untersucht werden. Regen Tracks spricht von Einsatzmöglichkeiten für Eisenbahnwagen, Fahrzeuge und weitere Transportsysteme. Wie weit sich das Prinzip tatsächlich übertragen lässt, ist nach dem derzeitigen Entwicklungsstand noch offen.